Mapuche Facundo Huala in Chile zu langer Haftstrafe verurteilt

mapuche_facundo_jones_huala.jpg

Der Mapuche-Aktivist Facundo Jones Huala wurde zu neun Jahren Haft verurteilt
Der Mapuche-Aktivist Facundo Jones Huala wurde zu neun Jahren Haft verurteilt

Valdivia. Der indigene Aktivist Facundo Jones Huala ist am 21. Dezember in Chile zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafgericht in Valdivia im Süden Chiles sprach den Mapuche schuldig, eine Brandstiftung auf einer Farm im Jahr 2013 begangen zu haben. Zudem habe er sich illegalen Waffenbesitzes schuldig gemacht. Huala hat bereits drei Jahre sowohl in Chile als auch Argentinien in Untersuchungshaft verbracht, die ihm angerechnet werden. Er war erst im September 2018 von Argentinien nach Chile ausgeliefert worden.

Das Urteil löste bei Hualas Verteidigung Empörung aus. In einem anderen Verfahren waren 2014 mit den gleichen Beweisen, die jetzt zu Hualas Verurteilung führten, alle Angeklagten freigesprochen worden. Hualas argentinische Anwältin kommentierte das Urteil folgendermaßen: "Es ist offensichtlich, dass zum dritten Mal versucht wird, jemanden in einem Verfahren schuldig zu sprechen, in dem die Staatsanwaltschaft bislang keinen Mapuche verurteilen konnte. Das einzige was sie haben, sind Indizien." Hualas chilenische Anwältin Karina Riquelme sagte im Gespräch mit der argentinischen Zeitung Página12, das Gericht habe unter politischem Druck gehandelt. Die Verteidigung kündigte Rechtsmittel an.

Huala ist Teil der Mapuche-Gemeinde Pu Lof en Resistencia de Cushamen auf argentinischem Territorium, die ihr Gebiet dem Benetton-Konzern abgetrotzt haben. Bei Protesten einen Monat nach Hualas Festnahme am 31. Juli 2017 wurde der argentinische Anarchist Santiago Maldonado von Polizisten verschleppt und ermordet. Maldonados Leiche wurde erst am 17. Oktober 2017 gefunden. Sein Tod hatte in Argentinien eine schwere politische Krise ausgelöst.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr