Chile: Inhaftierter Mapuche-Anführer darf an Zeremonie teilnehmen

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"Der Mörderstaat will den Tod von Celestino": Demonstration zur Unterstützung von Machi Celestino Cordova
"Der Mörderstaat will den Tod von Celestino": Demonstration zur Unterstützung von Machi Celestino Cordova

Santiago. Unter dem Druck eines Hungerstreiks und öffentlicher Proteste ist der inhaftierten spirituellen Mapuche-Autorität (Machi) Celestino Córdova die Teilnahme an einer Zeremonie außerhalb des Gefängnisses gestattet worden. Er konnte sich unter Polizeibewachung und in Anwesenheit für 15 Stunden am Rehue, einem heiligen Altar in seiner Gemeinde, aufhalten. Dies ist eine Tradition, welche die Mapuche einmal im Jahr durchführen, um ihre "Spiritualität zu erneuern". 24 Mitglieder statt der von Córdiva geforderten 300 Mitglieder seiner Gemeinschaft durften anwesend sein. Córdova sitzt nach einem umstrittenen Urteil, das ihn als einen der Hauptverantwortlichen für den Tod der Großgrundbesitzer Luchsinger-Mackay sieht, eine lebenslange Haftstrafe ab. Am 3. Januar 2013 attackierten Vermummte mit Waffen und Brandbomben das Haus der Eheleute, die in den Flammen umkamen. Im Lauf der Ermittlungen wurden viele Mapuche-Aktivisten in Untersuchungshaft genommen. Bis auf Córdova wurde niemand verurteilt.

Für den Machi wurde die gesundheitliche Situation in der Haftanstalt zunehmend kritisch, da er sich aufgrund der ablehnenden Haltung der Regierung seit dem 31. Mai erneut im Hungerstreik befand und nach zwischenzeitlichem Krankenhausaufenthalten zwangsernährt wurde. Córdova hatte bereits Anfang des Jahres einen 102 Tage andauernden Hungerstreik durchgeführt und erfolglos abgebrochen. Er protestierte damit gegen seine seit 2013 andauernde Inhaftierung und will erreichen, dass er zumindest für 48 Stunden Zugang zu seinem Territorium erhält.

Am vergangenen Sonntag hatte in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile erneut ein Marsch zur Unterstützung Córdovas stattgefunden. Die Teilnehmer forderten eine auf 48 Stunden begrenzte temporäre Freilassung, damit er sich zu seinem Rehue begeben kann. Martina Romo, Mitglied des Unterstützernetzwerkes für Celestino Córdova, verlangte die Respektierung der Spiritualität der Mapuche seitens der Regierung: "Der Ort der Genesung eines Machi ist sein Rehue. Dies ist der erste Punkt, den die Regierung verstehen muss, um mit dem Volk der Mapuche in einen Dialog treten zu können."

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