Peru / Politik

Peru: Generalstaatsanwalt Chavárry tritt zurück

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Vor dem Rücktritt des Generalstaatsanwalts Pedro Chávarry kam es in Peru zu vielen Protesten gegen ihn
Vor dem Rücktritt des Generalstaatsanwalts Pedro Chávarry kam es in Peru zu vielen Protesten gegen ihn

Lima. Der peruanische Generalstaatsanwalt Pedro Chávarry ist nach zahlreichen Protesten zurückgetreten. Chávarry steht wegen mutmaßlicher Verstrickungen in Korruptionsfälle seit längerem in der Kritik. Zuletzt hatte seine mittlerweile rückgängig gemachte Entlassung zweier in Korruptionsverfahren erfolgreich ermittelnder Staatsanwälte spontane Proteste am Silvesterabend und darüber hinaus ausgelöst. Seine Nachfolge übernimmt die Juristin Zoraida Ávalos zunächst für 60 Tage, bis ein neuer Generalstaatsanwalt gewählt wird.

Der Rücktritt Chávarrys stößt in Politik und Zivilgesellschaft auf ein positives Echo. So erklärte Vizepräsident Mercedes Aráoz: "Dieser Rücktritt war seit langer Zeit der am meisten erwartete. Ich glaube, was jetzt zu tun ist, ist im Kongress nach Maßnahmen zu suchen, um die Situation in der Staatsanwaltschaft zu verbessern." Unabhängige Ermittlungen seien erst durch den Rücktritt Chávarrys möglich geworden. Dieser habe, wie seine Nachfolgerin Ávalos ausführte, der Institution großen Schaden zugefügt. Derzeit gebe es fünf offene Anklagepunkte gegen ihn, die Ávalos nach eigener Aussage weiter verfolgen möchte.

Im Fokus des öffentlichen Interesses steht derzeit auch der Einbruch von Chávarrys Sicherheitspersonal in ein Büro einer Anti-Korruptions-Einheit der Staatsanwaltschaft, bei dem Dokumente entwendet wurden. Zeitungsberichten zufolge verließ Chávarry das Gebäude unmittelbar nachdem seine Sicherheitsleute in das fragliche Büro eingebrochen war. Er selbst streitet ab, seine Mitarbeiter dazu aufgefordert zu haben. Ávalos machte deutlich, dass sie diese Vorwürfe aktuell prüfe, um gegebenenfalls ein strafrechtliches Verfahren in die Wege zu leiten.

Bereits vor wenigen Tagen hatte Präsident Martín Vizcarra den Notstand in der Staatsanwaltschaft ausgerufen, um diese reformieren zu können.

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