Mexiko / Menschenrechte

152 Priester in Mexiko wegen Kindesmissbrauchs suspendiert

Priester Mexiko

Priester am Altar
Die mexikanische Bischofskonferenz spricht über den Umgang mit Missbrauchsfällen

Mexiko-Stadt. Die katholische Kirche in Mexiko hat bekannt gegeben, dass während der letzten neun Jahre 152 Priester wegen Kindesmissbrauchs ihres Amtes enthoben wurden. Nur ein geringer Teil von ihnen musste eine Gefängnisstrafe verbüßen.

Im Rahmen des bald stattfindenden Gipfels gegen den Missbrauch an Minderjährigen im Vatikan machte der Vorsitzende der mexikanischen Bischofskonferenz, Rogelio Cabrera López, erstmals Angaben zu Missbrauchsvorwürfen. So kam zutage, dass sich während der letzten neun Jahre 152 katholische Priester des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht haben. Der Umgang mit ihren Straftaten variiere je nach Tatbestand: Einige von ihnen wurden lediglich ihres Amts enthoben, andere wurden zusätzlich der Gerichtsbarkeit übergeben und verbüßen eine Gefängnisstrafe. Das Durchgreifen dieser Art solle die Übergriffe von Priestern auf Minderjährige reduzieren, so hofft die Bischofskonferenz.

Für eine umfassende Aufklärung und Transparenz fehlen allerdings ergänzende Maßnahmen. Derzeit würden Missbrauchsfälle noch nicht zentral registriert, gesteht Cabrera López ein. Als beispielhaft gilt das US-amerikanische Zentralregister der Kirche, welches derzeit circa 7.000 verdächtige Priester umfasst.

Vor Kurzem erst hatte Papst Franziskus zudem den Missbrauch an Nonnen durch männliche Kirchenvertreter als Straftat anerkannt.

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