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Kolumbien: Protest der Fußballerinnen zeigt Wirkung

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Isabella Echeverri, die Sprecherin der Profi-Fußballerinnen in Kolumbien
Isabella Echeverri, die Sprecherin der Profi-Fußballerinnen in Kolumbien

Bogotá. Die kolumbianische Fußball-Profiliga der Frauen wird 2019 fortgeführt. Anfang März hatte der Fußballverband des Landes dies in Frage gestellt. Nach massiven Protesten der Spielerinnen nahmen sie ihre Entscheidung zurück.

Mit dem Argument der geringen wirtschaftlichen Rentabilität wollten die Chefs des kolumbianischen Fußballs die Frauenliga in einen halb professionellen Wettbewerb mit einer Altersgrenze von 23 Jahren umwandeln und deuteten an, dass die über 25-Jährigen nicht erneut berufen werden.

Die Ankündigung der Verbandsspitze wurde weithin als diskriminierend, machohaft und zudem als Vergeltungsmaßnahme gegenüber Fußballerinnen angesehen, die sich über schlechte Behandlung und sexuelle Nötigung beklagt hatten. Spielerinnen protestierten dagegen. Unterstützung bekamen sie von ihren Kollegen, darunter Weltstars wie James Rodríguez und Falcao García .

Die "Superstarken Mädels" (Chicas Superpoderosas), wie sich die Spielerinnen mit ihrer Sprecherin Isabella Echeverri nennen, trafen sich mit der Vizepräsidentin der Republik, Marta Lucia Ramírez, dem Bürgerbeauftragten Carlos Negret und Arbeitsministerin Alicia Arango. Ihre Verhandlungen trugen Früchte. Es kam zu einem Treffen mit dem Verband Dimayor. Dort wurde beschlossen, die Liga fortzuführen. Eine Clubkommission bestehend aus Independiente Santa Fe, Atlético Huila, Cortuluá und América de Cali sowie Spielerinnen wird gebildet. Für die Finanzierung des Turniers sind die Vizepräsidentschaft der Republik, die staatliche Verwaltungsabteilung für Sport und das Arbeitsministerium verantwortlich.

Echeverri äußerte sich zufrieden: "Wir haben vielen Frauen die Arbeit zurückgegeben. Das ist das Wichtigste für mich”, und ergänzt: "Hoffen wir, dass der Frauenfußball in Kolumbien weiter wächst".

Dass es nicht leicht werden wird, eine Liga mit angemessener Bezahlung zu führen, machte Dimayor-Präsident Jorge Enrique Vélez klar: "Die Frage der Mannschaften, die am Frauenfußball teilnehmen werden, hängt stark vom Sponsor oder den Sponsoren ab." Es gebe einen hohen Prozentsatz von Klubs in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Die Nummer Zehn des Nationalteams, Yoreli Rincon, macht in einem Gespräch mit WinSport deutlich, dass es bis zu einem regulären Ligabetrieb und angemessen Gehältern noch ein weiter Weg ist: "Wenn wir am Ende eines sechsmonatigen Wettbewerbs eine Kontinentalmeisterschaft gewinnen, zeigt es, dass die Liga unterstützenswert ist. Wir wollen eine angemessene Liga von mindestens sechs oder acht Monaten; wir wollen keine Dreimonatsverträge mehr, wie heute üblich, die es den Spielerinnen nicht mal erlauben, ihre Kosten zu decken”, so die prominente Spielerin.

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