Drei Teams aus Südamerika bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich

Morgen startet die WM mit 24 Nationalteams. Mit dabei die Spielerinnen aus Argentinien, Brasilien und Chile

brasilien_frauen_2019_fifa_wm_fussball.jpg

Gruppenbild für Frankreich - das Team aus Brasilien
Gruppenbild für Frankreich - das Team aus Brasilien

Paris. An der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen (FIFA Women’s World Cup 2019), die vom vom 7. Juni bis 7. Juli 2019 Frankreich ausgetragen wird, nehmen drei Teams aus Lateinamerika teil.

Die Brasilianerinnen sind die Routiniers unter ihnen. 1991 spielten die Fußballerinnen aus Brasilien ihre erste WM in China ‒ 61 Jahre nach den Männern. Ein zweiter und ein dritter WM-Platz stehen bisher auf ihrem Konto. Jedoch sind die Spielerinnen erstklassig: Mittelfeldstar Miraildes Maciel Mota "Formiga", die bei Paris-Saint-Germain unter Vertrag steht, wird dieses Jahr mit ihrer siebten WM-Teilnahme zur alleinigen Rekordnationalspielerin. Seit 1995 spielt sie ununterbrochen im Nationalteam. Auf immerhin fünf Teilnahmen kommt der Star des Teams, Marta Vieira da Silva. Die Angreiferin ist nicht nur sechsmalige Weltfußballerin des Jahres, sondern mit fünfzehn Treffern auch die Top-Torschützin des Turniers.

In der letzten Zeit lief es für das brasilianische Team allerdings nicht glorreich: Neun Niederlagen in Folge. Zuletzt ein 0:1 gegen die krassen Außenseiterinnen aus Schottland. Ihr WM-Auftaktspiel gegen die "Reggae Girlz" aus Jamaika am 9. Juni in Grenoble wird Vieira da Silva wohl nicht spielen, da sie sich im Trainingslager in Portugal einen Faserriss zuzog, an dem sie noch laboriert. In der Gruppe C treffen sie zudem noch auf Italien und Australien. Dennoch gehört Brasilien zu den Favoritinnen. Formiga kündigt an: "Wir müssen den Schalter jetzt umlegen". Zudem ist die Wahl-Französin zuversichtlich "dass wir trotz aller Skepsis gut abschneiden werden".

fussball_argentinien_frauen_wm_2019_fifa.jpg

Das Team aus Argentinien beim letzten Training
Das Team aus Argentinien beim letzten Training

Die Argentinierinnen starteten ihre WM-Teilnahme 2003 in den USA. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, die zweimal Weltmeister wurden, hat das Frauenteam noch nicht viel erreicht. Erwähnenswert ist die 11:0 Niederlage gegen Deutschland bei der WM 2007. Weitere Bilanz: Sechs Spiele, sechs Niederlagen. Torverhältnis: 2 zu 33. Ihr Ziel für die WM 2019, ist zunächst die Gruppenphase überstehen. Keine leichte Aufgabe in Gruppe D mit England, Schottland und Japan. Gleich im Auftaktspiel am 10. Juni in Paris treffen sie auf Japan, Weltmeisterin von 2011.

chile_frauen_wm_fifa_2019_fussball.png

Chile macht sich warm für die FIFA-WM in Frankreich
Chile macht sich warm für die FIFA-WM in Frankreich

Chile debütiert bei der WM 2019. Die Qualifikation für ihre erste Weltmeisterschaftsteilnahme erspielten sie sich durch den zweiten Platz der Copa America 2018 im eigenen Land. In der Gruppe F treffen sie auf die USA, Thailand und Schweden. Sicherlich die stärkste Gruppe der WM mit der dreimaligen Weltmeisterin USA. Erstes WM-Spiel gegen die starken Schwedinnen (einmal zweiter, zweimal dritter Platz) ist am 11. Juni in Rennes. Ihr letztes Testspiel vor der WM verloren sie in Regensburg gegen Deutschland mit 0:2. Rückhalt bei dieser Partie könnte Torhüterin und Kapitänin Christiane Endler bieten. Mit Formiga spielt die Chilenin bei Paris Saint-Germain.

Dreizehn der dreiundzwanzig chilenischen Kickerinnen spielen außerhalb ihres Landes in professionellen Teams, da sie in Chile mit ihrem Beruf nicht genügend verdienen können. Auch die Brasilianerinnen verdienen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen extrem schlecht. In Argentinien haben die Spielerinnen Amateurstatus und bekommen lediglich Unkosten erstattet. Dagegen hat zuletzt die Spielerin Macarena Sánchez geklagt. Im März dieses Jahres verkündete der Verband, dass zukünftig ein Gehalt gezahlt und die Frauenliga professionalisiert werden soll.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr