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Eine indigene Frauenmannschaft betritt Paraguays Fußballbühne

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Die indigene Frauenmannschaft des Klubs Atlético Maká spielt jetzt ab 2022 in der Regionalliga
Die indigene Frauenmannschaft des Klubs Atlético Maká spielt jetzt ab 2022 in der Regionalliga

Asunción. In diesem Jahr debütiert die indigene Frauenmannschaft des Klubs Atlético Maká in der Regionalliga Roquealonseña. Diese Liga ist Teil der inländischen Landesliga, die wiederum dem paraguayischen Fußballverband (APF) angegliedert ist.

Clubpräsident Alfredo Montero, der auch Trainer der Mannschaft ist, erklärt gegenüber AFP: "Wir brechen mit Stereotypen gegenüber Frauen. Noch fehlt es an vielem, aber wir trainieren bereits." Er fährt fort: “Die gesamte Gemeinschaft unterstützt uns, ebenso einige Unternehmen und die Gemeinde (Rathaus) von Roque Alonso.” Aktuell sind sie noch auf der Suche nach einer/m festen Trainer:in.

Im März treten sie zu ihrem ersten Spiel in der Liga an. Auflaufen werden sie in in einem gelb-weißen Outfit mit vertikalen Streifen und bald schon wird man "Uyy!” zu hören bekommen. Im Dialekt der Maká-Ureinwohner:innen heißt "Uyy!” "Tor", erklärt Spielerin Zunilda Báez.

Die indigene Gemeinschaft der Maká mit mehr als 2.000 Mitgliedern lebt seit 36 Jahren auf etwa vierzehn Hektar in der Nähe des Paraguay-Flusses, 20 Kilometer von Asunción entfernt. In Paraguay gibt es 20 verschiedene indigene Volksgruppen mit einer geschätzten Bevölkerung von 130.000 Menschen, bei einer Gesamtbevölkerung von insgesamt 7,2 Millionen.

Das Debüt der Mannschaft ist ein historisches Ereignis, vor allem für die Frauen der Gemeinschaft. Bis vor drei Jahren durften sie sich nur dem Kunsthandwerk widmen, die Haupteinnahmequellen der Gemeinschaft. Als jedoch das Oberhaupt Andrés Chemei im Alter von 81 Jahren starb, folgte ihm zunächst seine Frau Tsiweyenki in der Führung. Später übernahm der Sekretär Mateo Martínez das Amt und entschied, dass Frauen auch Sport treiben dürfen und nicht nur für den Unterhalt der Gemeinde arbeiten müssen.

Maká-Männer nehmen schon seit mehreren Jahren erfolgreich an der Liga teil. Einige der Spieler waren Teil der indigenen paraguayischen Mannschaft, die 2015 Meister der Copa América in Chile wurde und bei der Weltmeisterschaft der Indigenen in Brasilien den dritten Platz belegte. Das Männerteam unterstützt die Frauenmannschaft schon, seitdem diese bei den 2. Traditionellen Indigenen Spiele von Paraguay im Jahr 2017 erfolgreich waren.

Zunilda Báez sagt, dass der Beitritt zur Liga historisch für sie sei. "Wir sind stolz auf unsere Mädels. Ich bin mir sicher, dass wir weit kommen können, aber wir brauchen materielle Unterstützung." Clubpräsident Montero ergänzt: "Im Moment brauchen wir Stangen, um das Drahtgeflecht für das Feld zu platzieren, aber wir müssen auch unseren Vorrat an Schuhen, Westen und Bällen verstärken." Er sieht den Liga-Eintritt aber auch als "transzendentalen Schritt", der junge Menschen in Richtung Sport praktizieren führt und sie davon abhält, Drogen zu konsumieren.

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