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Mediziner aus Kuba in Kenia entführt

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Angeschossenes Auto von der Entführung, Ermittler versammelt
Am Freitag wurden in Madera zwei kubanische Ärzte auf dem Weg zu ihrer Arbeit im Madera County Referral Hospital gekidnappt.

Havanna/Mandera. In Kenia sind vor wenigen Tagen zwei kubanische Ärzte auf dem Weg zu ihrer Arbeit entführt worden. Trotz polizeilichem Begleitschutz sind sie auf der Fahrt zum Mandera-County-Referral-Hospital gekidnappt und in einem Auto über die wenige Kilometer entfernte Grenze nach Somalia gebracht worden. Ein Polizist wurde dabei getötet. Das Auto, in dem die Männer entführt wurden, sowie der Fahrer wurden bereits gefunden. Der Fahrer, der den somalischen Entführern in Kenia half, wird zurzeit verhört. Laut Polizeisprecher Charles Owino könnten es ein Angriff der islamistischen Al-Shabaab-Miliz gewesen sein. Allerdings hat sich diese Gruppe auch Tage nach der Entführung nicht zu der Tat bekannt. Das ist kenianischen Medien zufolge eher untypisch für die Miliz.

Nach Informationen eines somalischen TV-Senders wurden beide Ärzte am Dienstag lebend in einer bewaldeten Gegend nahe Barawe in Somalia gesichtet.

Bei den zwei Entführten handelt es sich um den Allgemeinmediziner Assel H. aus Las Tunas und den Chirurgen Landy R. aus Villa Clara. Sie gehören einer Gruppe von 101 kubanischen Ärzten an, die im Juni 2018 nach Kenia entsendet wurden. Sie helfen dabei, eine grundlegende Gesundheitsversorgung aufzubauen. Wie Kenya Citizen TV berichtete, hatten beide Bedenken, als sie von ihrem Auslandseinsatz in Mandera erfuhren. Viele Ärzte sind in der Vergangenheit vor der Al-Shabaab-Miliz geflohen. Kenianische Kollegen der kubanischen Ärzte zeigen sich besorgt und wütend über die Entführung, da die Unterstützung der Ärzte dringend gebraucht wird. In den vergangenen Monaten haben die Kubaner mehreren tausend Patienten aus Kenia, Äthiopien und auch Somalia helfen können.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel äußerte sich am Sonntag betroffen und versicherte, dass alles für eine Rückkehr der beiden Entführten getan werde. Der Einsatz der Mediziner im Ausland müsse respektiert werden, so Díaz-Canel. Auch die kenianische Außenministerin Monica Juma sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Alle weiteren kubanischen Kollegen seien in Sicherheit. Die Angehörigen der Entführten stehen mit dem kubanischen Konsulat in Nairobi in permanentem Austausch.

Die kenianische Regierung hat indes ausgeschlossen, Lösegeldforderungen nachzukommen. Diese Entführung findet kurz nach einer Reisewarnung der kenianischen Regierung für die Küstenregionen und die Regionen nahe der somalischen Grenze wegen Terrorismusgefahr statt. Vier Tage nach der Entführung wurden kubanische Ärzte aus fünf anderen Regionen an der Küste und nahe der somalischen Grenze abgezogen. Derweil wurde in Mandera das Sicherheitsaufgebot drastisch erhöht.

Kuba entsendet seit Jahrzehnten im Rahmen eines staatlich geförderten Programms Ärzte in verschiedene Länder, um dort medizinische Unterstützung und Schulungen für Ärzte zu ermöglichen. In den letzten fünf Jahrzehnten wurden über 400.000 Ärzte in 164 Ländern eingesetzt.

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