Schwedens Regierung bestätigt internationale Gespräche zur Lage in Venezuela

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Statement des schwedischen Außenministeriums zu den internationalen Venezuela-Gesprächen
Statement des schwedischen Außenministeriums zu den internationalen Venezuela-Gesprächen

Stockholm. Am vergangenen Freitag haben in der schwedischen Hauptstadt Gespräche "einiger internationaler Schlüsselakteure" über die Krise in Venezuela stattgefunden. Dies geht aus einem Kommuniqué von Schwedens Außenministerium hervor. Ziel sei gewesen, "die laufenden Bemühungen um eine friedliche, politische und demokratische Lösung der Krise in Venezuela zu befördern und die Notlage des venezolanischen Volkes zu lindern". Details über Beteiligte und Inhalte wurden nicht genannt.

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet unter Berufung auf einen europäischen Diplomaten, es seien Vertreter Russlands, der Vereinten Nationen (UN), des Vatikan, Kubas und der Europäischen Union anwesend gewesen. UN-Sprecher Stephane Dujarric dementierte dieTeilnahme der Organisation, bekräftigte jedoch die Unterstützung aller Bemühungen um eine friedliche Lösung durch die UN.

"Die Gespräche in Stockholm sollen den Dialog in Norwegen unterstützen", sagte der EU-Diplomat, der anonym bleiben will, gegenüber AP. In Oslo haben unlängst Gespräche zwischen venezolanischer Regierung und Opposition begonnen.

Das Stockholmer Treffen habe stattgefunden, da ein "wachsender Chor internationaler Akteure auf eine vermittelte Lösung zur Beendigung des Machtkampfes in Venezuela drängt", kommentiert die Agentur. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums bestätigte die Zusammenkunft und die Teilnahme von Alexander Shchetinin, Leiter der Abteilung Südamerika. Ebenfalls anwesend sei Enrique Iglesias aus Uruguay gewesen. Die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, hatte ihn Anfang Juni zu ihrem Sonderberater in Sachen Venezuela berufen. Ein US-Funktionär habe erklärt, seine Regierung sei eingeladen gewesen, habe sich jedoch gegen eine Teilnahme entschieden, so AP weiter.

Andere Medien berichten, dass neben Diplomaten aus Russland und der EU auch Vertreter der sogenannten Lima-Gruppe auf Einladung Schwedens nach Stockholm kamen. Die Lima-Gruppe besteht aus den rechtsregierten Ländern Lateinamerikas sowie Kanada und unterstützt die Bestrebungen der venezolanischen Opposition, Präsident Nicolás Maduro aus dem Amt zu bringen.

Schweden gehört zu den 50 Ländern weltweit, die den Oppositionspolitiker Juan Gauidó nach seiner Selbsternennung zum Interimspräsidenten von Venezuela anerkannt haben und der gewählen Regierung von Präsident Maduro die Legitimität absprechen.

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