Brasilien: Bundesstaat Paraná verbietet Fracking

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Sechs Jahre lang mobilisierte ein breites Bündnis im Bundesstaat Paraná gegen Fracking
Sechs Jahre lang mobilisierte ein breites Bündnis im Bundesstaat Paraná gegen Fracking

Curitiba. Als erster Bundesstaat Brasiliens hat Paraná ein Gesetz verabschiedet, welches das Fracking zusätzlich zu weiteren Förderverfahren von Rohstoffen verbietet, die den Boden und das Gestein verunreinigen und Umwelt- sowie gesundheitliche Schäden der Bevölkerung hervorrufen können. Verantwortlich hierfür ist der Gouverneur von Paraná im Südosten des Landes, Carlos Massa Ratinho Júnior, dessen Vorschlag vom Bundesparlament (Abgeordnetenkammer) bestätigt wurde.

Damit ist Paraná der Vorreiter, dessen neue Norm auch das Gesetz 18.947 aus dem Jahr 2016 aufhebt, das diese Methode der Gewinnung für zehn Jahre unterbrochen hatte. Die definitive Aufhebung garantiere, dass das Interesse an dieser Art von Gasgewinnung verringert würde, erklärte der Abgeordnete Evandro Araújo.

Zentral für diese politische Entwicklung war auch die Mitwirkung von Nichtregierungsorganisationen, Kooperativen und die Unterstützung der Bevölkerung. "Unsere Arbeit im Staat von Paraná war mühsam. Mehr als elf Millionen Menschen können nun beruhigt aufatmen in dem Wissen, dass das Todesgas von ihren Grundstücken weit entfernt ist", so der Gründer der Brasilianischen Koalition "Für das Klima, das Wasser und das Leben - Kein Fracking", Juliano Bueno de Araújo.

Das Fracking-Verfahren beinhaltet die Extraktion von Erdgas oder Öl aus dem Gestein durch Chemikalien und Wasserdruck. Dies hat eine tiefgreifende Verschmutzung des Wassers und der Luft zur Folge und greift die biologische Vielfalt und Entwicklung der betroffenen Gebiete an. Auch die Agrarindustrie, die Haupteinnahmequelle des Staates, werde durch Fracking irreparabel beschädigt, betonte der Abgeordnete Márcio Pacheco.

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