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López Obrador will Fracking in Mexiko verbieten

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Andrés Manuel López Obrador versicherte bei einer öffentlichen Veranstaltung, dass seine Regierung die Fracking-Methode nicht einsetzen wird
Andrés Manuel López Obrador versicherte bei einer öffentlichen Veranstaltung, dass seine Regierung die Fracking-Methode nicht einsetzen wird

Mexiko-Stadt. Der designierte mexikanische Präsident, Andrés Manuel López Obrador (Amlo), hat bei einem öffentlichen Auftritt am 5. Oktober im Bundesstaat San Luis Potosí versichert, dass unter seiner Regierung, das technische Verfahren Fracking bei der Erdöl- und Erdgasförderung nicht eingesetzt wird. Man wolle alternative und umweltfreundliche Methoden suchen, um das Fracking zu ersetzen.

Ende Juli dieses Jahres hatte Amlo sich bereits zu dem Thema geäußert. Damals deutete er an, Fracking nicht anwenden zu wollen.

Anlass war das Kommuniqué des Mexikanischen Bündnisses gegen das Fracking (AMCF), das Forderungen an den neu gewählten Präsidenten erhob. So soll das Verbot von Fracking in einem Gesetz festgelegt werden. Das von Amlo im Mai 2018 angekündigte Vorhaben, 91 Verträge mit privaten Unternehmen für die Anwendung der Methode zu überprüfen und eventuell zu kündigen, solle umgesetzt werden. Die Lizenzen, die vergeben wurden, um das umstrittene Verfahren in indigenen Gemeinden anzuwenden ohne die Bevölkerung zuvor befragt zu haben, müssten zurückgezogen werden. Während seiner Wahlkampagne hatte López Obrador angekündigt, bis 2024 die Erdölproduktion auf zwei Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Dies ist nur durch eine verstärkte Förderung möglich. Bis der neue Präsident einen transparenten Plan für die zukünftige Erdölförderung ohne Fracking vorlegt, sollten keine weiteren Lizenzen vergeben werden. Schließlich fordert das Bündnis öffentliche Diskussionen über die Energiepolitik der neuen Regierung.

Das AMCF kämpft seit 2013 für das Verbot des Fracking in Mexiko: "Diese Methode wird gegen den Willen der Gemeinden eingesetzt, sie schadet der Umwelt und dem globalen Klima", so das Bündnis.

Unterdessen hat sich Ex-Präsident Vicente Fox (2000-2006) in die Debatte eingeschaltet. In einem Video ruft er Amlo auf, seine Meinung zu ändern: "Das Fracking ist nicht umweltschädlich. Durch seine Anwendung kann die Armut bekämpft werden." Das Verfahren schaffe Arbeitsplätze und könne dazu beitragen, dass Mexiko einer der größten Erdölproduzenten der Welt werde. Die US-Bundesstaaten Oklahoma und Texas seien ein Beispiel: "Sie sind durch die Anwendung des Frackings die drittgrößten Erdölproduzenten der Welt geworden. Mexiko darf sich diese Chance nicht entgehen lassen", so Fox.

Die aktuelle Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto hatte umfassende Reformen im Land initiiert, darunter eine Energiereform, die die Anwendung von Fracking bei der Förderung von Erdgas und Erdöl begünstigt.

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