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Umweltaktivistin in Guatemala getötet

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Die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Diana Isabel Hernández wurde am 7. September in Guatemala erschossen
Die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Diana Isabel Hernández wurde am 7. September in Guatemala erschossen

Suchitepéquez. In Guatemala ist die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Diana Isabel Hernández Juaréz ermordet worden. Darüber informierte die katholische Hilfsorganisation Caritas vergangene Woche in einer Pressemitteilung. Die 35-Jährige arbeitete unter anderem in einem Jugendprojekt mit, das sich gegen die Umweltzerstörung in der Pazifik-Region zur Wehr setzt.

"Diana Juaréz war ein wichtiger Teil unserer Arbeit in Suchitepequéz, allseits beliebt und äußerst engagiert im Einsatz für den Umweltschutz". Vom guatemaltekischen Staat erwarte man, dass er "den abscheulichen Mord schnell aufklärt und alle Formen von physischer und psychischer Gewalt gegen Menschenrechts- und Umweltaktivisten im Land unterbindet", so Claudio Moser, Referatsleiter Lateinamerika bei Caritas international.

Juaréz, die als Lehrerin arbeitete, war Koordinatorin der kirchlichen Umweltinitiative in der Gemeinde Nuestra Señora de Guadalupe und leitete in Suchitepequéz Jugendgruppen, die sich in 32 Gemeinden der Region unter anderem für die Wiederaufforstung entwaldeter Landstriche engagieren. Sie setzte sich für die Pflege und den Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen ein und beförderte Projekte wie Familiengärten, Baumschulen, Aufforstungen in Grünflächen und Müllsammelaktionen. Zudem machte sie bei politischen Veranstaltungen auf die Missstände im ökologischen und sozialen Bereich aufmerksam.

Sie wurde am Abend des 7. September auf offener Straße aus einem Auto heraus erschossen, als sie an einer Prozession ihrer Gemeinde Monte Gloria, Santo Domingo Suchitepéquez teilnahm. Einer der Täter konnte gefasst werden. Über die genauen Hintergründe ist jedoch bislang nichts bekannt.

Die Mesomaerikanische Fraueninitiative für Menschenrechte und das Netzwerk der Menschenrechtsverteidiger in Guatemala verurteilten den Mord in einer Stellungnahme und forderten den Staat auf, eine schnelle und gründliche Untersuchung des Falls einzuleiten, um das Verbrechen aufzuklären. Sie erinnern "an die Pflicht des Staates", den Schutz von Menschenrechtsaktivisten und die freie Ausübung ihrer Arbeit zu gewährleisten. Die Frauenvereinigung Mutter Erde der Gemeinde Guadalupe erklärte, dieser Mord komme "zu den vielen Angriffen auf Anführerinnen und Anführer hinzu, die für das Gemeinwohl arbeiten und die bis heute nicht aufgeklärt sind". Die zuständigen Behörden müssten, "die Verantwortlichen für die schreckliche Tat rasch aufspüren und bestrafen, damit diese Verbrechen nicht straflos bleibt", so die Frauenorganisation.

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