Brasilien / Politik

Brasilien: PT offen für linke Allianzen bei Kommunalwahlen

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Verbündete: Marcelo Freixo von der Partei für Sozialismus und Freiheit und Lula da Silva von der Arbeiterpartei
Verbündete: Marcelo Freixo von der Partei für Sozialismus und Freiheit und Lula da Silva von der Arbeiterpartei

São Paulo. Die brasilianische Arbeiterpartei (PT) bereitet sich auf die im kommenden Jahr anstehenden Kommunalwahlen vor. Der erst vor wenigen Wochen aus der Haft wegen angeblicher Korruption vorläufig entlassene PT-Mitgründer und frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wirkt aktiv daran mit, die Weichen für den nächsten Urnengang zu stellen. In zahlreichen Städten und Gemeinden will die PT ihre eigenen Kandidaten präsentieren. Zugleich sucht sie Bündnisse mit anderen Parteien vor allem aus dem linken Spektrum. Die politischen Kräfteverhältnisse vor Ort bestimmen ihre jeweilige Taktik.

Ein wichtiges Signal setzte das Treffen des Kongressabgeordneten aus Rio de Janeiro Marcelo Freixo mit dem 74-jährigen PT-Spitzenpolitiker in der Stiftung Instituto Lula in São Paulo am vergangenen Dienstag. Es ist der Ort, an dem der PT-Politiker seinen ersten Wahlsieg 2002 vorbereitete. Freixos Partei sitzt in vier Verwaltungen von Großstädten, darunter in Rio. Die PSOL beteiligte sich an der Solidaritätsbewegung mit Lula während dessen 580 Tage währenden Haft in Curitiba. An der ersten politischen Kundgebung mit Lula nach seiner Freilassung in São Bernardo do Campo nahm auch Freixo teil.

Zu den potentiellen Partnern der PT in linken Koalitionen zählen neben der PSOL vor allem die Kommunistische Partei von Brasilien (PCdoB) sowie die Demokratische Partei der Arbeit (PDT). Freixo will im kommenden Jahr als Kandidat des linken Lagers gegen Rios evangelikalen Bürgermeister von Rio de Janeiro Marcelo Crivela sowie dessen Vorgänger, den Konservativen Eduardo Paes, antreten. Nach dem zweistündigen Gespräch mit Lula erklärte Freixo, dass die Zeichen gut stehen für eine Allianz von Arbeiterpartei und PSOL am Zuckerhut.

Aktuelle Umfragen zeigen, dass Lula einen starken Einfluss auf die Wählermeinung ausübt. Mehr als 38 Prozent geben an, dass sie einen von ihm unterstützten Kandidaten wählen würden. Das Gleiche sagen nur etwa 27 Prozent in Bezug auf eine Empfehlung durch den rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro.

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