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"Ohne Haus, kein Zug": Protest gegen Straßenbahnprojekt in Guatemala

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Das Straßenbahnprojekt "Metro Riel" sorgt in der Hautpstadt von Guatemala wegen geplanter Umsiedlungen nicht uneingeschränkt für Zustimmung
Das Straßenbahnprojekt "Metro Riel" sorgt in der Hautpstadt von Guatemala wegen geplanter Umsiedlungen nicht uneingeschränkt für Zustimmung

Guatemala-Stadt. Das Straßenbahnprojekt "Metro Riel" sorgt in der guatemaltekischen Hauptstadt für Unmut. Die Straßenbahnen sollen ab 2021 durch die Hauptstadt fahren. Anwohner in unmittelbarer Nähe der Gleise haben jedoch Angst um ihre Häuser und müssen wegen der notwendig werdenden Bauarbeiten fürchten, umgesiedelt zu werden.

20 Haltestellen sind für die Straßenbahn geplant, die innerhalb von 40 Minuten den Süden mit dem Norden der Stadt verbinden soll. Angedacht sind 35 Züge, die zu Stoßzeiten in einem Drei-Minuten-Takt verkehren und täglich bis zu 250.000 Menschen transportieren sollen.

Im Gedenken an das Erdbeben vom Februar 1976, bei dem Tausende Familien ihr Zuhause verloren, fordert die Vereinigung "Aconalfer" die Einbeziehung ihrer Interessen bei dem Projekt. "Aconalfer" ist eine Interessenvereinigung von Siedlungen entlang der Eisenbahnlinie. Laut Domingo Hernández, Präsident von "Aconalfer", leben landesweit 65.000 Familien am Rande der Gleise. Er betont, er sei nicht in Gänze gegen das Projekt und die damit zu erwartende wirtschaftliche Entwicklung. Doch die befürchtete Zwangsräumung der betroffenen Siedlungen dürfe nicht der Preis für diese Entwicklung sein. Alicia Enamorad, Mitglied der Vereinigung, fordert, dass den vom Projekt bedrohten Anwohner eine adäquate und sinnvolle Alternative geboten werden muss.

Durch den geplanten Bau der Straßenbahntrasse fürchten Tausende Familien, umgesiedelt zu werden. Sie kritisierten auf einer Demonstration, der Staat müsse zunächst dafür sorgen, dass es überhaupt ausreichend Wohnraum gebe, bevor Pläne gemacht würden, Menschen wegen eines Neubaus den ohnehin schon knappen Wohnraum zu nehmen.

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