Venezuela / USA / Politik / Militär

Venezuela: Militär bekennt sich zu Maduro und weist US-Anschuldigungen zurück

venezuela_fanb_remigio_ceballos.jpeg

Der Leiter des Strategischen Einsatzkommandos, Remigio Ceballos, gab am Freitag eine Erklärung zur Unterstützung Maduros ab
Der Leiter des Strategischen Einsatzkommandos, Remigio Ceballos, gab am Freitag eine Erklärung zur Unterstützung Maduros ab

Caracas. Die Führung der Streitkräfte Venezuelas (Fuerza Armada Nacional Bolivariana, FANB) hat ihre Loyalität gegenüber Präsident Nicolás Maduro bekräftigt. Sie reagierte damit auf die Strafanzeigen des US-Justizministeriums gegen Maduro und zahlreiche hochrangige Regierungsvertreter wegen Drogenhandels und Geldwäsche. Zudem unterstrich der Leiter des Strategischen Einsatzkommandos, Remigio Ceballos, die Unterstützung für Verteidigungsminister Vladimir Padrino López, den die US-Justiz ebenfalls im Visier hat.

US-Justizminister William Barr hatte am vergangenen Donnerstag informiert, er habe gegen Maduro Strafanzeige wegen Drogenhandels gestellt. Zugleich lobte die US-Regierung ein Kopfgeld von 15 Millionen US-Dollar für Hinweise oder Handlungen aus, die zu seiner Ergreifung führen. Barr wiederholte im Wesentlichen Vorwürfe, die seit mehreren Jahren kursieren, jedoch nie belegt wurden.

Ceballos betonte, die USA versuchten lediglich von den enormen Schwierigkeiten abzulenken, die ihr Gesundheitssystem bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie habe. Zum Drogenhandel erklärte er, dass nach Angaben der Vereinten Nationen 70 Prozent des weltweit hergestellten Kokains in Kolumbien produziert würden und der überwiegende Teil über die Pazifikroute in die USA gelange. Zudem hob er die Erfolge der FANB gegen kolumbianische Drogenhändler hervor.

Angesichts der Bestrebungen der USA, einen "Regime Change" in Venezuela herbeizuführen, rief Präsident Maduro am Donnerstag alle Militärangehörigen und die gesamte Bevölkerung dazu auf, hinsichtlich möglicher Verschwörungen und terroristischer Aktionen wachsam zu bleiben.

Der von den USA unterstützte selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó zeugte sich indes überzeugt, dass die Strafanzeigen und erhobenen Anklagen begründet seien und dazu beitragen würden, das Land von dem seiner Ansicht nach "kriminellen System zu befreien". Gleichzeitig lobte er das Justizsystem der USA, dem er unter anderem Seriosität und Respektabilität attestierte.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr