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Ex-Finanzminister von Guatemala der Geldwäsche beschuldigt

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Zur Fahndung ausgeschrieben: Ex-Finanzminister von Guatemala, Acisclo Valladares Urruela
Zur Fahndung ausgeschrieben: Ex-Finanzminister von Guatemala, Acisclo Valladares Urruela

Miami. Der ehemalige Finanzminister von Guatemala, Acisclo Valladares Urruela, ist in den USA wegen Geldwäsche und Verbindungen zum Drogenhandel angeklagt worden. Nach Informationen des US-Justizministeriums soll Valladares zwischen 2014 und 2018 Geld aus Drogen- und anderen illegalen Geschäften unter anderem dazu genutzt haben, Politiker zu bestechen. Valladares leitete das Finanzministerium unter der Regierung von Präsident Jimmy Morales (2016-2020).

Die Anklage wurde von der Bezirksstaatsanwaltschaft Südflorida erhoben. Die für den Distrikt zuständige Bundesanwältin Ariana Fajardo Orshan, der amtierende zuständige Sonderagent der zentralen US-Sicherheitsbehörde FBI, Robert E. Bornstein, sowie der Zuständige der US-Antidrogenbehörde DEA, Kevin W. Carter, haben zu der Klageschrift beigetragen.

In die mutmaßliche Geldwäsche sollen ein einflussreicher Drogenhändler, ein der Korruption überführter guatemaltekischer Politiker sowie ein Bankangestellter verwickelt gewesen sein. Letzterer wirkte als Vermittler zu Valladares. Zusammen sollen die Beteiligten ein ausgeklügeltes System zur Geldwäsche und Bestechung aufgebaut haben. Dieses bestand aus dem illegalen Austausch von Geld zwischen verschiedenen Ländern ohne die Möglichkeit einer Rückverfolgbarkeit, betrügerischen Anlagemöglichkeiten für gefälschte finanzielle Gewinne und Dokumentenfälschungen, um diese Gewinne legal erscheinen zu lassen.

Der nicht näher benannte Bankangestellte soll durch Anteile an den gefakten Gewinnen profitiert haben. Drogenhändler und Politiker hätten ihr unrechtmäßig erworbenes Geld legalisieren können. Valladares soll regelmäßig Rucksäcke, Seesäcke und Aktentaschen voll Geld erhalten haben, von denen er wusste, dass sie aus Drogengeschäften und Korruption stammten. Die Mittel habe er genutzt, um Politiker zu bestechen.

"Dieser Fall zeigt die unglücklichen Verbindungen, die in mittel- und südamerikanischen Ländern mitunter zwischen Drogenhändlern, Geschäftsleuten und korrupten Politikern bestehen", so Staatsanwältin Fajardo. Da Teile der Gelder auch über Bankkonten in den USA liefen, schaltete sich die US-Behörde ein. "Diese Untersuchung zeigt, dass das FBI und unsere Partner nicht an den Landesgrenzen Halt machen werden, um Kriminelle zu identifizieren und zu lokalisieren", erklärte Bornstein.

Die Anklage ist Ergebnis der Operation "Black Mass" des Einsatzkommandos zur Bekämpfung der organisierten Drogenkriminalität, die in den USA Strafverfolgungsbehörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene koordiniert. Seine Aufgabe besteht darin, hochrangige Mitglieder von Unternehmen, Drogenkartellen und Geldwäschenetzwerken zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen. Valladares ist von der internationalen Polizeibehörde Interpol inzwischen zur Fahndung ausgeschrieben worden.

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