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Zahl der Toten an Grenze zwischen Mexiko und USA steigt 2021 deutlich an

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Migranten aus Lateinamerika sind auf ihrem Weg in die USA tödlichen Gefahren ausgesetzt
Migranten aus Lateinamerika sind auf ihrem Weg in die USA tödlichen Gefahren ausgesetzt

Mexiko/USA. 184 Migranten sind seit Beginn des Jahres an der Grenze zwischen Mexiko und den USA ums Leben gekommen. Mindestens die Hälfte von ihnen stammte aus Mittelamerika und Mexiko. Auf ihrem Weg in die USA sind sie tödlichen Gefahren durch die enorme Hitze in den Wüsten Arizonas und Texas, wilde Tiere und auch den Río Bravo ausgesetzt.

Laut Angaben der Hilfsorganisation Humane Borders sind in den vergangenen sechs Monaten allein in der Wüstenregion Arizonas 64 Migranten umgekommen. Deren Auffinden erfolgte zum Teil mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Monaten. Dabei konnten Skelette von 50 Personen gefunden werden. Die Identifizierung aller war jedoch noch nicht möglich.

Während im vergangenen Jahr menschliche Überreste von 227 Personen aufgefunden wurden, seien seit 1998 mindestens 7.000 Migranten entlang der US-mexikanischen Grenze umgekommen, so Humane Borders. Die Organisation entstand im Jahr 2000 als gemeinnütziger Zusammenschluss, der überwiegend aus Freiwilligen besteht und in der Sonora-Wüste aktiv ist. Sie unterhält dort ein Wasserversorgungssystem, das die Auswanderer vor Dehydrierung bewahren soll. Die Organisation ist somit Teil einer Praxis in der Wüste Arizonas, die zum Schutz der Migranten und Würdigung der dort Verstorbenen beiträgt. Neben Humane Borders operieren auch weitere Gruppen vor Ort, um Migranten mit Essen und Wasser zu versorgen.

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Auch die Internationale Organisation für Migration (IOM) sammelt im Rahmen ihrer Beobachtungsstelle für vermisste Migranten Daten, die sie aus diversen lokalen und nationalen Quellen bezieht. Die IOM kommt zu der Schätzung, dass bis zum 13. Juni ungefähr 125 Verstorbene zu beklagen sind. Bei der Mehrheit soll es sich um Männer handeln. Allgemein lässt sich laut IOM eine Tendenz hin zu einer stetigen Zunahme von Migranten feststellen, die an der Grenze ums Leben kommen. Während 2020 pandemiebedingt geringere Zahlen registriert wurden, lässt sich für 2021 ein erneutes Wachstum sowohl der Anzahl der Migrierenden als auch der Todesfälle verzeichnen.

Die Problematik der Migration in die USA bleibt auch Thema in der Politik. So bereiste die Vizepräsidentin der USA, Kamala Harris, Anfang Juni Mexiko und Guatemala. US-Präsident Joe Biden hatte das Angehen der "Wurzeln des Migrationsproblems" in die Hände der Vizepräsidentin gelegt. Entsprechend wurden während des Besuchs von Harris in den Gesprächen hauptsächlich die Ursachen dieses Phänomens behandelt.

Vor wenigen Tagen äußerte sich auch der US-Minister für Innere Sicherheit, Alejandro Mayorkas, nach einem Arbeitsaufenthalt in Mexiko zum Thema. Beide Länder, sowohl USA als auch Mexiko, müssten demnach ihren Teil zur Bekämpfung irregulärer Migration beitragen.

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