Das Covax-Programm und die Sanktionspolitik gegen Venezuela

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Covax soll benachteiligte Länder beim Zugang zu Impfstoffen unterstützen
Covax soll benachteiligte Länder beim Zugang zu Impfstoffen unterstützen

Genf/Caracas. Die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi), die zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Covax-Programm zur weltweiten Verteilung der Impfstoffe gegen Covid-19 betreibt, bestätigte laut der spanischen Nachrichtenagentur Efe, dass sie die Finanzmittel von Venezuela erhalten hat, um die geplanten Impfdosen in das Land zu schicken.

Covax steht für "Covid-19 Vaccines Global Access" und ist eine Initiative im Rahmen der WHO, die benachteiligte Länder beim Zugang zu Impfstoffen unterstützen soll.

Mitte Juni hatte die venezolanische Regierung die Blockierung von Transaktionen angeprangert, die für die Zahlungsverpflichtungen des Landes gegenüber dem Covax-Fonds notwendig sind (amerika21 berichtete).  Sie beschwerte sich, dass aufgrund der US-amerikanischen Handels- und Finanzsanktionen ihre Zahlung für Covax blockiert wurde. Dadurch sei die Ankunft von elf Millionen Impfdosen, die bereits im April bestellt wurden, verhindert worden.

Diese Situation hat sich offenbar geändert. "Wir hoffen, Dosen an sie verteilen zu können, sobald der von ihnen gewählte Impfstofftyp verfügbar ist", erklärte nun ein Gavi-Sprecher.

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Der venezolanische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Hector Constant, brachte das Thema diese Woche vor den UN-Menschenrechtsrat in Genf und nannte die Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela ein Beispiel für "Verbrechen gegen die Menschheit".

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro urteilte hart: Das Covax-Programm habe "versagt", da die Pandemiebekämpfung durch die Sanktionspolitik getroffen werde. "Jemand hat seine Hand im Spiel, damit die Impfstoffe nicht nach Venezuela kommen", sagte der Präsident.

Das Covax-Programm soll bisher mehr als 88 Millionen Impfdosen an 131 Länder verteilt haben.

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