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Abgeordnete in Kolumbien diskutieren Cannabis-Legalisierung

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Wird Kolumbien nach Uruguay und Mexiko das nächste Land in der Region, das den legalen Cannabis-Konsum regelt?
Wird Kolumbien nach Uruguay und Mexiko das nächste Land in der Region, das den legalen Cannabis-Konsum regelt?

Bogotá. Der Gebrauch von Cannabis für Erwachsene soll  in Kolumbien neu geregelt werden. Am Dienstag hat die vorberatende Kommission des kolumbianischen Kongresses dem Projekt mit 17 zu 9 Stimmen zugestimmt.

Die Initiator:innen des Vorhabens streben mit einer Änderung der Verfassung an, dass die Beschaffung von Cannabis für den Konsum ermöglicht werden soll. Der Konsum selbst ist für Erwachsene heute bereits erlaubt. Es ist jedoch untersagt, den Stoff zu beschaffen. Auch exisitert kein regulärer, bzw. regulierter Markt.

Der legale Markt müsse garantiert werden, so könne dieses Geschäft den Drogenkartellen entzogen werden, bekräftigte der liberale Politiker Juan Carlos Losado, Koautor des Antrags.

Bereits das dritte Mal wird versucht, den Gebrauch von Cannabis zu regeln. Erst letztes Jahr hatten die Abgeordneten das Projekt diskutiert. Aufgrund der großen Opposition in der vorberatenden Kommission blieb es jedoch lediglich bei einer kurzen Diskussion.

Die Initiator:innen des nun erfolgreichen Projektes sind froh, dass die Akzeptanz für ihr Anliegen zunimmt und die Debatte auf politischer Ebene nun weiter geht. Es sei Zeit, die individuellen Freiheiten zu regeln und zu gestatten, so Losado.

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Heute unterstützen auch konservative Abgeordnete die Regulierung des Cannabis. Eine stattliche Anzahl von bekannten Personen aus den Bereichen Kultur und Politik heißen das Vorhaben ebenfalls gut, darunter beispielsweise die Sänger:innen Adriana Lucia, Juanes, Carlos Vives sowie einige Ex-Minister.

Kritische Stimmen heben hervor, dass sich der Cannabiskonsum von Kindern und Jugendlichen erhöhen würde. Andere räumen ein, dass es zwar wichtig sei, zu regulieren und zu legalisieren, dass das wichtigere Thema jedoch das Kokain sei und nicht das Marihuana.

Die Autor:innen des Projekts sind sich bewusst, dass es verschiedene "Anläufe" braucht, auf politischer Ebene neue Regelungen zu verankern.

In Mexiko gibt es ähnliche Vorhaben wie in Kolumbien. Die Gesetzesinitiative sieht vor, den Besitz einer gewissen Menge von Cannabis und den privaten Cannabisanbau zu erlauben. Auch soll ein legaler Markt etabliert werden, der den bislang dominierenden Drogenkartellen den Wind aus den Segeln nehmen könnte (amerika21 berichtete).

Auch Uruguay, Kanada und zahlreiche US-Bundesstaaten haben Schritte zur Entkriminalisierung eingeleitet und neue rechtliche Bestimmungen zur Entkriminalisierung von Produktion, Vertrieb und Konsum von Cannabis erlassen.

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