Migranten aus Zentralamerika erzielen Einigung mit Behörden in Mexiko

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Migranten und Regierungsvertreter unterzeichnen die Vereinbarung in Mexiko-Stadt
Migranten und Regierungsvertreter unterzeichnen die Vereinbarung in Mexiko-Stadt

Mexiko-Stadt. Teilnehmer der Migranten-Karawane aus Zentralamerika haben eine Vereinbarung mit dem mexikanischen Innenministerium geschlossen, um ihren Aufenthalt zu legalisieren.

Unterzeichnet wurde dies am Donnerstag nach fünfstündigen Verhandlungen vom Subsekretär des Innenministeriums, von Delegierten der 435 Migranten sowie von Vertretern der Nationalen Menschenrechtskommission (CNDH), des Nationalen Instituts für Migration (INM) und des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Mexiko.

Es wurde festgelegt, die Rechte der Migranten und Migrantinnen, Kinder und Minderjährigen, als Mitglieder der Karawane zu respektieren. Das Nationale Institut für Migration wird sofort humanitäre Visa für sie ausstellen. Diese werden in Begleitung von Vertretern der Nationalen Menschenrechtskommission verteilt und können verlängert sowie im Fall eines Verlustes umgehend ersetzt werden.

Die Migranten können, wenn sie es wollen, den Antrag auf einen Aufenthalt in Mexiko stellen, oder weiter in Richtung USA fahren. Diejenigen, die diesen Weg gehen wollen, werden von den Behörden in Bussen bis zur Grenze zu den USA gefahren.

Das Innenministerium bürgt für die Umsetzung des Abkommens. "Jetzt sind alle an der Reihe, die Einigung über dieses Dokument verpflichtend in die Tat umzusetzen", heißt es darin.

Das nächste Treffen ist für den 17.Januar geplant. Zudem wird eine Koordinations-Kommission eingesetzt, um die Lage der Migranten während ihres Aufenthalts in Mexiko zu regeln.

"Wir sind ruhig, wir hoffen, dass die Behörden ihr Wort halten. Wir danken dem Präsidenten Andrés Manuel López Obrador. Denn das Land war militarisiert, aber nun sagen sie, wird es eine vollständige Wende beim Thema Einwanderung geben, und zwar eine ganz andere, als wir in den letzten drei Jahren gesehen haben", erklärte Ireneo Mújica von Pueblos sin Fronteras (Völker ohne Grenzen), einer der Vertreter der Migranten bei der Unterzeichnung der Vereinbarung.

Die Organisation Pueblos sin Fronteras in Mexiko begleitet und berät die Migranten juristisch auf ihrem Weg in die USA.

Mújica berichtete, dass die Karawane-Mitglieder in der Herberge Casa del Peregrino (Pilgerhaus) zusammen bleiben, bis die Vereinbarung umgesetzt wird. Die Migranten erhoffen sich, durch die humanitären Visa von der Bundespolizei und von den Menschenhändlern nicht mehr bedroht zu werden.

Die 435 Migranten aus Zentralamerika, darunter 93 Minderjährige und zwei schwangere Frauen, haben diese Vereinbarung erreicht, nachdem sie vor dem Rathaus und vor dem Innenministerium in Mexiko-Stadt protestierten und sich an Vertreter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte gewandt hatten.

Die Karawane der Migranten war am 25. November aus Tapachula im südlichen mexikanischen Bundestaat Chiapas aufgebrochen. Nach 50 Tagen Marsch erreichten sie die Hauptstadt, wo sie die Basilika der Jungfrau von Guadalupe besuchen und sich für das Ankommen in Mexiko bedanken wollten. Daran wurden sie von Bundespolizisten gewaltsam gehindert.

Vergangene Woche waren bei einem LKW-Unfall in Chiapas mehr als 55 Mitglieder der Karawane ums Lebens gekommen (amerika21 berichtete). In der Folge mehrte sich im Land und international die Kritik am Umgang Mexikos mit den Migranten und an der Migrationspolitik der USA.

Laut dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur ist Mexiko heute das Land mit der dritthöchsten Anzahl von Asylbewerbern in der Welt (123.187), hinter den USA und Deutschland.

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