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Nach Umweltkatastrophe: Peru verklagt Öl-Konzern Repsol auf Schadensersatz

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"Repsol, übernimm Verantwortung!" Proteste vor Konzern-Zentrale in Lima
"Repsol, übernimm Verantwortung!" Proteste vor Konzern-Zentrale in Lima

Lima. Als Reaktion auf die Umweltkatastrophe, die sich im Januar vor der Küste Perus ereignete, hat der Staat zivilrechtliche Schritte gegen den spanischen Ölkonzern Repsol eingeleitet. Das Nationale Institut für die Verteidigung des Wettbewerbs und den Schutz des geistigen Eigentums (Indecopi) hat Repsol auf 4,3 Milliarden Euro für Verbraucherschäden und kollektiven immateriellen Schaden verklagt.

Die Zivilklage auf Schadensersatz wurde vor der 27. Zivilkammer des Obersten Gerichtshofs von Lima gegen sechs Beklagte als Gesamtschuldner eingereicht: Repsol S.A. (Spanien), Mapfre Global Risks (Spanien), Mapfre Perú Compañías de Seguro y Reaseguros (Peru), Refinería La Pampilla (Peru), Transtotal Agencia Marítima (Peru) und Fratelli d'amico Armatori (Italien).

Bei der Katastrophe vor der Raffinerie Pampilla waren ein Küstenabschnitt von mehr als 1.800 Quadratkilometer Strand und 7.139 Quadratkilometer Meer verschmutzt worden (amerika 21 berichtete). Neben den schweren und langfristigen Umweltschäden, betreffen die Auswirkungen der Ölkatastrophe laut Pressemitteilung von Indecopi mehr als 700.000 Menschen als "Verbraucher, Nutzer und Dritte", etwa durch Umsatzeinbußen im Fischerei- oder Tourismusbetrieb.

Julián Palacín, Präsident von Indecopi, führte dazu die Bestimmungen im Zivilgesetzbuch an, die eine solche Klage erlauben. Diese sehen vor, dass "derjenige, der ein riskantes Gut befördert oder eine riskante Tätigkeit ausübt und einem anderen einen Schaden zufügt, verpflichtet ist, diesen zu ersetzen." Die Klage könnte zum Präzedenzfall werden.

Die Firma Repsol wies die Forderungen als "unbegründet" zurück. Sie hat ihrerseits Klage eingereicht gegen die Schiffseigner und die Versicherer des Öl-Tankers Mare Doricum. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Unfall, bei dem mehr als 10.000 Barrel Erdöl vor der Küste ausgelaufen sind, durch eine plötzliche Verschiebung des Tankers verursacht wurde, wodurch die Schläuche und das Entladesystem zerstört wurden.

In einer Pressemitteilung von vergangenem Wochenende bezeichnete Repsol die Klage als "unbegründet, ungerechtfertigt und unangemessen, weil sie weder auf die Ursachen des Unglücks noch auf die bereits durchgeführten Aufräumarbeiten oder die vom Unternehmen in Zusammenarbeit mit der peruanischen Regierung eingerichteten Betreuungswege für die Betroffenen eingeht und weil ihre Schätzungen nicht die geringste Grundlage für die angegebenen Zahlen bieten".

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