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Kuba setzt verstärkt auf Solarenergie

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Staatspräsident der Republik Kuba Miguel Díaz-Canel auf der Messe (zweiter von links)
Staatspräsident der Republik Kuba Miguel Díaz-Canel auf der Messe (zweiter von links)

Havanna. Die kubanische Regierung will noch stärker als bislang auf die Förderung erneuerbarer Energien setzen. Dies war Thema auf der Zweiten Internationalen Messe für erneuerbare Energien, die in der vergangenen Woche unter dem Vorsitz des stellvertretenden Premierministers Ramiro Valdés Menéndez und des Ministers für Energie und Bergbau, Liván Arronte Cruz, in der Hauptstadt stattfand.

Der Tenor in Vorträgen und in der Diskussion war, dass die Nutzung der Solarenergie essentiell für den Energiesektor in Kuba sei. Zugleich müsse die Energieeffizienz gesteigert und die nationale Industrie gezielt gefördert werden, um souveräne Technologien zu entwickeln und anzuwenden sowie Importe zu vermeiden.

Rosell Guerra Campaña, Direktor für erneuerbare Energien im Ministerium für Energie und Bergbau (Minem) machte hierzu genauere Angaben. Er erläuterte, dass 238 Megawatt (MW) in Photovoltaik-Solarparks installiert seien, die den Jahresverbrauch von etwa 200.000 kubanischen Haushalten produzieren. Die gesetzten Ziele sehen jedoch Installationen dieser Energiequelle für schätzungsweise 13.000 MW vor.

Für die Ausweitung fand eine Erhebung über die Nutzung von Dächern speziell von Regierungs- und Geschäftsgebäuden statt. Eine weitere wichtige Option sei die Installation von Photovoltaikanlagen auf Wohnhäusern, was bereits bei 16.000 Haushalten geschehen sei. Campaña verwies auf das Potenzial dieser Maßnahme wie auch auf die künftige Nutzung von photovoltaischer Solarenergie für Wasserpumpen, landwirtschaftliche Bewässerung und Viehzucht. In diesen Bereichen, die zu den größten Stromverbrauchern des Landes gehören, wird derzeit Energie noch aus fossilen Brennstoffen gewonnen.

Campaña informierte auch über Fortschritte bei der Nutzung der Windenergie, einschließlich der 13 Windparks, die im Nordosten Kubas gelegen sind und eine Kapazität von etwa 800 MW erreichen sollen.

Das Forum befasste sich außerdem mit der EU-Energiepolitik. Kubas Minister für Energie und Bergbau Arronte Cruz und der französische Botschafter in Kuba, Patrice Paoli, unterzeichneten eine Absichtserklärung zur beschleunigten Entwicklung der erneuerbaren Energien auf der Insel. Minister Arronte bekräftigte "die ausgezeichneten Beziehungen zwischen der französischen Entwicklungsagentur und Kuba im Energiesektor" und betonte, dass ein Projekt zur Installation von neun Solarparks mit einer Gesamtkapazität von 50 MW ein Höhepunkt der Zusammenarbeit sei.

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