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Mord an indigenem Umweltschützer in der Amazonasregion von Venezuela

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Der Umweltschützer Virgilio Trujillo Arana wurde nur 38 Jahre alt
Der Umweltschützer Virgilio Trujillo Arana wurde nur 38 Jahre alt

Puerto Ayacucho. Im venezolanischen Bundesstaat Amazonas ist der Uwottuja-Indigene Virgilio Trujillo Arana ermordet worden. Der 38-jährige Aktivist zur Verteidigung des Amazonasgebietes soll von einem Fahrzeug aus beschossen und dabei tödlich getroffen worden sein.

Die ersten Informationen über den Tod von Trujillo, Mitglied der Organización Indígena Piaroas Unidos del Sipapo (Oipus) sowie von territorialen Wächtergruppen gegen illegalen Bergbau, wurden am vergangenen Freitag von der Nichtregierungsorganisation (NGO) Orpia bekannt gegeben. Diese informierte, dass der Umweltschützer "am Donnerstag, den 30. Juni 2022, in Puerto Ayacucho im Bundesstaat Amazonas ermordet wurde", ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Unterdessen hat die venezolanische Kriminalpolizei (CICPC) Ermittlungen zu dem Mord aufgenommen. CICPC-Direktor Douglas Rico bezeichnete die Tat in einer Nachricht auf seinem Twitter-Account als "abscheuliches Verbrechen" und erklärte, er habe ein Team der Abteilung für Mordermittlungen in die Region geschickt, in der der Fall sich ereignete.

Rico sprach die Vermutung aus, dass die Täter im Bereich des illegalen Bergbaus oder im Milieu des mit der Drogenwirtschaft verbundenen Paramilitarismus zu finden seien.

Mehrere Nichtregierungsorganisationen verurteilten die Ermordung Trujillos und würdigten sein Engagement gegen den Bergbau auf indigenem Land. Trujillo habe sich immer "gegen die Anwesenheit ausländischer Konzerne und den illegalen Bergbau in den indigenen Gebieten des Uwottuja-Volkes in der Gegend von Alto Guayapo ausgesprochen".

Zwischen 2013 und 2021 sollen in der Region 32 indigene und umweltpolitische Führungspersönlichkeiten ermordet worden sein, wobei die Täter sowohl aus Kreisen der Betreiber von Bergbau als auch aus Guerillagruppen und dem venezolanischem Militär gekommen seien, erklärte die NGO Observatorio para la Defensa de la Vida (Odevida) aus Anlass der aktuellen Gewalttat.

Nicht nur der illegale Bergbau in der Region bringt Konflikte und Gewalt hervor. Auch die staatlichen Bergbauprojekte sind umstritten. Diese wurden von der Regierung von Präsident Nicolás Maduro ab 2016 massiv ausgeweitet mit der Begründung, die bis dahin auf dem Erdöl basierende Wirtschaft des Landes zu diversifizieren (amerika21 berichtete). Der Abbau von Gold, Diamanten, Eisenerz, Bauxit, Kupfer, Koltan und anderen Mineralien wurde auch als ein schnell wirkendes Mittel zur Begegnung der schweren Wirtschaftskrise angesehen.

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