Kuba präsentiert Erfahrungen mit Agrarökologie in Frankreich

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"Vier Jahreszeiten der Agrarökologie und der nachhaltigen Ernährung" in Montpellier
"Vier Jahreszeiten der Agrarökologie und der nachhaltigen Ernährung" in Montpellier

Montpellier. Eine Delegation aus Kuba unter der Leitung des Direktors des kubanischen Bodeninstituts (Instituto de Suelos de Cuba), Luis Gómez, hat in der französischen Stadt Montpellier Erfahrungen und Ergebnisse aus mehr als drei Jahrzehnten Arbeit in der Agrarökologie vorgestellt.

Die kubanischen Expertinnen und Experten nahmen an der dritten Ausgabe der Konferenz "Vier Jahreszeiten der Agrarökologie und der nachhaltigen Ernährung" teil, die von 30. September bis 9. Oktober stattfand.

Yusmila Rodríguez Cruz, Landwirtschaftsbeauftragte der Provinz Holguín, präsentierte das Modell der urbanen Agrarökologie am Beispiel einer mittelgroßen Stadt.

Gómez sprach in seinem Vortrag mit dem Titel "Urbane und suburbane Landwirtschaft und Agrarökologie in Kuba" über die Ergebnisse seines Landes in einer wissenschaftlichen Disziplin, "die aus Praktiken und einer sozialen Bewegung besteht, die auf eine stabile Nahrungsmittelproduktion abzielt und zugleich wirtschaftlich tragfähig ist".

Der hohe Stellenwert der Agrarökologie in Kuba sei sowohl aus Überzeugung als auch aus Notwendigkeit entstanden, sagte der Wissenschaftler. Er erinnerte an die Arbeit, die Fernando Funes, Träger des Alternativen Nobelpreises 1999, der als Vater der kubanischen Agrarökologie gilt, in den 1990er Jahren begann. Gómez zufolge bedeutete das Ende des osteuropäischen sozialistischen Blocks 1991 einen drastischen Rückgang des Handels und des Zugangs zu Ressourcen und Finanzmitteln, woraufhin es notwendig war, zu einer weitaus kostengünstigeren Art der Landwirtschaft überzugehen.

Seither ist die Agrarökologie ein wichtiges Element der kubanischen Agrarpolitik und tägliche Praxis, nicht nur für die Bauern, sondern auch für die gesamte Bevölkerung. In den letzten Jahrzehnten sind Tausende von städtischen und stadtnahen Bauernhöfen entstanden, die Millionen Kubaner mit gesunden Lebensmitteln versorgen. Dank der Kombination von traditionellem bäuerlichem Wissen und wissenschaftlicher Forschung sind diese lokalen Produkte frei von chemischen Zusätzen jeglicher Art.

Neben den Vorträgen und Diskussionen im Rahmen der Konferenz tauschte sich die kubanische Delegation mit Forschern, Bauern und Politikern aus Montpellier und den umliegenden Gebieten aus. Darüber hinaus wurden mehrere Dokumentarfilme über Agroökologie in Kuba gezeigt und diskutiert. Darunter war der Arte-Film "Cuba, le secret de l'ile bio", sowie Dokumentarfilme von TV Serrana, die seit über 30 Jahren den Alltag der Bauern in der Sierra Maestra dokumentieren. Dabei kamen auch Herausforderungen, Probleme und Lösungsansätze für die weitere Entwicklung in der Landwirtschaft Kubas zur Sprache.

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