Antrittsbesuch in Abchasien: Botschafter von Venezuela trifft Außenminister Ardzinba

salazar_und_ardzinba.jpg

Botschafter Salazar und der Außenminister Abchasiens Inal Ardzinba
Botschafter Salazar und der Außenminister Abchasiens Inal Ardzinba

Sochumi. Der venezolanische Botschafter in Moskau, Jesús Rafael Salazar Velásquez, ist in der von Georgien abgespaltenen kaukasischen De-facto-Republik Abchasien angekommen, um dort sein Beglaubigungsschreiben zu übergeben, wie das abchasische Außenministerium bekanntgegeben hat.

Der seit September vergangenen Jahres in Moskau residierende Diplomat Salazar ist unter anderem als Botschafter für die Kaukasusrepubliken Abchasien, Armenien und Südossetien nebenakkreditiert.

In Abchasien finden gerade die Feierlichkeiten anlässlich des 30. Jahrestags der Etablierung des Außenministeriums statt. Mit Georgien, von dem sich Abchasien im Zuge der Auflösung der Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre abspaltete, unterhält Venezuela keine diplomatischen Beziehungen.

Im September 2009, ungefähr ein Jahr nach Russland und Nicaragua, erkannte Venezuela die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien an. Die Reaktionen in der georgischen Regierung beschrieben US-Botschaftsmitarbeiter in internen Memos, die später von Wikileaks veröffentlicht wurden, als "manisch".

Die damaligen Regierungen von Ecuador und Bolivien waren zu jener Zeit ebenso bereit, die Unabhängigkeit der beiden kaukasischen Republiken anzuerkennen, gaben aufgrund des Drucks und der Drohungen von EU- und USA-Vertretern aber nach. Auch 14 Jahre nach der venezolanischen Anerkennung hält die Regierung in Caracas an der Anerkennung Abchasiens fest – ein deutliches politisches Signal gegenüber Brüssel und Washington.

Im Schatten des Ukrainekrieges hat die abchasische Regierung ihre diplomatischen Aktivitäten in Lateinamerika – weiterhin die Region, in der Abchasien die meisten diplomatischen Anerkennungen hat – ausgeweitet.

Neben mehreren hochrangigen Treffen mit Vertretern der Regierungen von Nicaragua und Venezuela sowie der Entsendung abchasischer Truppen zu einem Manöver in Venezuela gab es auch eine Reihe von Kontakten mit Staaten, die Abchasien nicht diplomatisch anerkennen. So traf der abchasische Botschafter in Venezuela beispielsweise den Botschafter von Barbados, seinen Kollegen aus Haiti und mehrfach sogar den Botschafter von Bolivien in Caracas. Darüber hinaus kontaktierte der Außenminister der Kaukasusrepublik, Inal Ardzinba, Paul Chet Greene, den Außenminister von Antigua und Barbuda.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr