Buenos Aires. Die Situation an den argentinischen Universitäten verschärft sich nach den Attacken des Präsidenten Javir Milei und massiven Budgetkürzungen. Als Reaktion traten mehrere Fakultäten über Tage in den Streik und es wird landesweit zu Protesten mobilisiert.
Präsident Milei vertieft indes unbeirrt seine Kampagne zur Diskreditierung der öffentlichen Universitäten und ratifizierte die Haushaltsanpassung. Die Budgetkürzungen haben massive Entlassungswellen sowie eine Abwanderung von Lehrkräften zu privaten Einrichtungen zur Folge und gefährden die Kontinuität des bisher vergleichsweise guten und kostenlosen akademischen Angebots im Land.
Letzte Woche unterzeichnete der Staatsanwalt des Finanzministeriums, Rodolfo Barra, eine Anweisung für die Prüfstelle "Sindicatura General de la Nación" zur Wiederaufnahme der Kontrolle der nationalen Universitäten. Das ist ein massiver Verstoß gegen die Autonomie der Universitäten. Schlechtes Wirtschaften der Universitäten ist das Hauptargument des Präsidenten zur Rechtfertigung der Haushaltskürzungen. Seit 2022 waren die Prüfungen dem Nationalen Rechnungshof überlassen worden, einem Kontrollorgan, das nicht von der Exekutive abhängig ist.
Sol Alconada, Präsidentin der Gewerkschaft der Universität von La Plata, Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, sagte: "Wir wissen, dass dies ein Angriff ist, es ist kein wirtschaftliches Problem der Universitätsfinanzierung, sondern ein politisches Problem, da sie nicht wollen, dass die Universität als Institution für den sozialen Aufstieg, für die persönliche Entwicklung, für die nationale Entwicklung weiter existiert." Der einwöchige Streik und die landesweiten Proteste seien erst der Anfang einer stärker werdenden studentischen Bewegung, sagte Sol Alconada.
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In La Plata hatten sich vergangene Woche nach Schätzungen bis zu 40.000 Studierende und Unterstützer:innen versammelt, um gegen die Pläne der Regierung Milei zu demonstrieren. Sie fordern, die 3,4 Milliarden Pesos [ca. drei Millionen Euro] zurückzubekommen, die die Regierung für das nächste Jahr gestrichen hat. Die Gelder sind vor allem für Gehälter von Lehrkräften und administrativem Personal bestimmt, die an die Inflation angepasst werden sollten. Das ist bisher im Projekt der Exekutive nicht vorgesehen.
Landesweit sind nach Angaben von Luca Bonfante, Generalsekretär des Studentenzentrums der Fakultät für Philosophie und Literatur, mehr als hundert öffentliche Universitäten an den Protestaktionen und Streiks beteiligt.
Mit der Forderung nach Lohnerhöhung und einer Aufstockung des Universitätsbudgets fanden am vergangenen 22. Oktober auf dem zentralen Plaza de Mayo öffentliche Vorlesungen verschiedener Universitäten zu Themen wie linearer Algebra, Tektonik der Anden, ländliche Soziologie und Einführung in wissenschaftliches Denken statt.
"Die meisten Dozenten […] verdienen weniger als 150.000 Pesos [ca. 140 Euro], sie haben eine Ausbildung gemacht und bilden sich weiter, bereiten Unterricht vor, dozieren, korrigieren Prüfungen und bilden zukünftige Fachkräfte aus. Sie verdienen diese Armutslöhne nicht. Deshalb werden wir diesen Kampf fortsetzen", sagte Ileana Celotto, Generalsekretärin vom Verband des Lehrpersonals der Universität Buenos Aires.

