Oaxaca kämpft gegen Schlamm und Korruption

Mexiko-Stadt. Die Regenzeit fällt in diesem Jahr in im Süden Mexikos besonders katastrophal aus. So wurde in den heutigen Morgenstunden die Ortschaft Santa Maria Tlahuitoltepec von einem massiven Erdrutsch überrascht. Bis zu 300 Häuser wurden verschüttet. Noch liegen keine Opferzahlen vor. „Die arme Gemeinde in der indigenen Region der Mixes ist über Oaxaca hinaus bekannt für ihre Musikschule, aber auch für die Stärke ihrer indigenen Identität sowie die kritische Haltung der Bewohner gegenüber den Regierungen des Bundesstaates“, so der Museumsdirektor Moisés Rosas aus Mexiko-Stadt gegenüber einer Radiostation. Santa Maria Tlahuitoltepec sei ein politischer und kultureller Referenzpunkt der Region.

Auch  viele andere Orte befinden sich im Ausnahmezustand. Die Staudämme sind über dem Limit ihrer Kapazität. Einige Regionen erleben zurzeit die sechste oder siebte Überschwemmung der Saison. Viele Gemeinden klagen, dass Gelder aus dem nationalen Notfallfonds nicht zu ihnen gelangen. Die am 30. November abtretende Regierung von Ulises Ruíz von der ehemaligen Staatspartei PRI wird verdächtigt, sich aus diesen Hilfsgeldern zu bedienen.

Allein am vergangenen Wochenende kam es zu fünf gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen oppositionellen Bevölkerungsteilen und Angehörigen der PRI-Regierung. So rief der PRI-Bürgermeister von Trinidad de Viguera, einem Armenviertel nahe Oaxaca-Stadt, zur Lynchjustiz gegen Mitglieder einer oppositionellen Organisation auf, welche den gewählten neuen Gouverneur, Gabino Cué, zur Besichtigung der Schäden eingeladen hat.

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