Streik bei Medienunternehmen Cadena Capriles

Caracas. Am heutigen Donnerstag erscheinen in Venezuela keine Tageszeitungen des Medienunternehmens Cadena Capriles, wie die Geschäftsführung mitteilte. Das betrifft die Blätter Últimas Noticias, El Mundo und Líder en Deportes. Últimas Noticias ist die auflagenstärkste Tageszeitung des Landes.

Grund für das Fehlen der aktuellen Publikationen am Kiosk ist das vorläufige Scheitern der dreimonatigen Tarifverhandlungen mit der Branchengewerkschaft SNTP. Die Gewerkschaftsvertreter hatten das letzte Angebot des Unternehmens abgelehnt und wollen mit dem Boykott der heutigen Printausgaben den Druck auf die Geschäftsleitung erhöhen. Die Beschäftigen fordern vor allem eine stärkere Lohnerhöhung, als bisher angeboten.

Das Unternehmen beklagt in einer Erklärung, dass die Gewerkschaft SNTP nur 145 von 1500 Mitarbeitern vertrete. Da es sich dabei aber um wichtige Redakteure, Fotografen und Grafiker handelt, konnte Cadena Capriles ohne diese knapp 10 Prozent der Beschäftigen das Erscheinen der drei Zeitungen nicht mehr gewährleisten.

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+++ Update +++

Die Gewerkschaft SNTP dementiert in einer Erklärung, die amerika21.de vorliegt, dass sie das Erscheinen der Zeitungen von Cadena Capriles verhindern wollte. Wegen einer Betriebsversammlung am Vortag sei zwar die Vorbereitungszeit eingeschränkt gewesen, die Gewerkschafter wollten die Blätter aber wie gewohnt publizieren. Doch die Unternehmensleitung habe bereits im Vorfeld der Versammlung einseitig entschieden, dass die Zeitungen nicht erscheinen sollten, so die Darstellung der Gewerkschaft.

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