Venezuela verkauft Ruhr-Raffinerie an Moskau

Caracas. Venezuela wird seine Anteile an einer Erdölraffinerie in Deutschland an Russland verkaufen. Das gab der Präsident des südamerikanischen Landes, Hugo Chávez, am Donnerstag im Rahmen eines Besuches in Moskau bekannt. Bei dem Verkauf geht es um die venezolanische Beteiligung an einer Raffinerie der Ruhr Oel GmbH, einem Mischunternehmen des staatlichen venezolanischen Konzerns PdVSA und des Unternehmens Britisch Petroleum.

Bei einem Besuch der Erdölanlage im Jahr 2000 habe er gesehen, dass dort kein Venezolaner arbeitet, sagte Chávez weiter. Auch habe die Raffinerie keinen Gewinn für Venezuela erwirtschaftet, noch venezolanisches Erdöl verarbeitet. "Das waren Geschäfte der vierten Republik, die gegen nationale Interessen gerichtet waren", so Chávez in Bezug auf das politische System vor der von ihm ausgerufenen "Bolivarischen Revolution". Nach Angaben des Staatschef hatten sich sowohl die britischen Miteigentümer als auch die deutsche Regierung gegen den Verkauf gewandt, dessen genaue Ausgestaltung noch Gegenstand der laufenden Verhandlungen ist. Russland aber habe "aus geopolitischen Gründen" von Beginn an großes Interesse an dem Ankauf gehabt.

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