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Honduranische Putsch-Gegnerin erhält niederländischen Staatspreis

Tegucigalpa. Die honduranische Menschenrechtsaktivistin Bertha Oliva wird in diesem Jahr den Regierungspreis "Niederländische Tulpe" für ihr Engagement in dem mittelamerikanischen Land bekommen. Oliva ist Koordinatorin der Menschenrechtsorganisation COFADEH, die in Honduras 1982 gegründet wurde, um das Schicksal verschleppter und ermordeter Familienangehöriger zu klären. Die Niederlande vergeben den jährlichen Menschenrechtspreis nach eigenen Angaben an Aktivisten, "die moralisch außergewöhnlichen Mut bewiesen haben, um die Rechte ihrer Mitbürger zu schützen und zu stärken".

Der Menschenrechtspreis "Niederländische Tulpe" ist mit 10.000 Euro dotiert. Die mit dem Preis ausgezeichnete Person kann zudem ein Projekt einreichen, das von den Niederlanden mit 100.000 Euro gefördert wird. Oliva ist eine entschiedene Kritikerin des Putsches gegen die letzte demokratisch gewählte Regierung von Honduras am 28. Juni 2009 und die seither herrschenden De-facto-Regierungen. Seit dem Umsturz seien rund 10.000 Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen zu verzeichnen gewesen, sagte sie. Ihr Anliegen sei es, diese Verbrechen untersuchen und aufklären zu lassen.

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die deutsche Bundesregierung das international isolierte De-facto-Regime mit zehntausenden Euro unterstützt hat, die vermutlich in Polizei- und Militär flossen.

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