Lebenslänglich für Argentiniens Ex-Diktator Videla

Buenos Aires. Einzigartiges Urteil in Argentinien: Rund dreißig Jahre nach dem Ende des Militärregimes in dem südamerikanischen Land ist der ehemalige Diktator Jorge Videla zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richterin María Elba Martínez begründete das Urteil mit der systematischen Folter und Ermordung von Aktivisten der Demokratiebewegung. In der Begründung ihrer Entscheidung sprach die Juristin von "Staatsterrorismus".

Der heute 85-jährige Videla hatte Argentinien zwischen 1976 und 1983 beherrscht. Während seines Terrorregimes fanden nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen 30.000 Menschen den Tod.

Das Urteil gegen ihn könnte nun Auswirkung auch auf die anderen Staaten der Region haben, die unter Militärdiktaturen litten. Vor allem die Demokratiebewegung in dem mittelamerikanischen Land Honduras könnte Aufschwung erhalten. Dort war Mitte 2009 der letzte demokratisch gewählte Präsident, Manuel Zelaya, gestürzt wurden. Unter dem seither regierenden Regime sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen über 200 Menschen aus politischen Gründen getötet worden.

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