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07.03.2011 Brasilien / Umwelt / Wirtschaft

Staatsbank bevorzugt bei Kreditvergabe Agrobusiness

Brasília. Brasiliens Staatsbank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (BNDES) hat in der Regierungszeit des brasilianischen Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva dem Wirtschaftssektor der Zuckerrohr- und Ethanolproduktion mit 28,2 Milliarden Reais (umgerechnet 12,3 Milliarden Euro) von allen Wirtschaftszweigen den weitaus größten Anteil an zinsvergünstigten Krediten vergeben. Dies berichtet das Forschungsinstitut Humanitas Usiminos aus dem südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul. Demnach erhielten beispielsweise im Jahre 2010 Agrobusiness-Unternehmen für den Zuckerrohranbau 7,4 Milliarden Reais. Der zuckerverarbeitenden und Ethanolindustrie wurden Kredite in Höhe von 5,6 Mrd. Reais zugewandt. Die Papier-, Zellulose und Rohstoffindustrie wurde im gleichen Zeitraum mit 3,1 Mrd Reais bedacht.

Das Agrobusiness der Zucker- und Ethanolindustrie ist für die sozialen Bewegungen in Brasilien und Umweltschützer seit langem ein Dorn im Auge. Zuckerfarmen führen stets die Negativliste der Sklavenarbeit an. Umweltschützer werfen den Ethanolproduzenten vor, mit vermeintlich grünen Alternativkraftstoffen die Ausweitung von Monokulturen und massiven wie großflächigem Pestizideinsatz zu provozieren. So genannte "grüne" Kraftstoffe werden in Brasilien von der Politik stark unter dem Verweis der Klimafreundlichkeit gefördert.

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