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Mapuche aus Chile fordern Hilfe der EU

Brüssel. Vertreter der südamerikanischen Mapuche-Volksgruppe haben im Europäischen Parlament über die Situation der Nachkommen dieser Ureinwohner in Chile informiert und von Brüssel Hilfe im Kampf gegen andauernde Menschenrechtsverletzungen gefordert. Veranstaltet wurde die Konferenz von der Nichtregierungsorganisation UNPO, der Fraktion der Grünen und dem Komitee der Mapuche in Belgien.

Neben Arauco Chihuailaf aus Frankreich und Maria Railaf aus den Niederlanden kam auch die Stammeschefin Juana Calfunao aus Chile zu Wort. Die Mapuche-Repräsentanten klärten über die Rechtssituation der Indigenen auf und klagten das chilenische Rechtssystem der Diskriminierung und Ausgrenzung an. Rechtliche Bestimmungen wie das Anti-Terror-Gesetz würden gegen die Menschenrechte verstoßen, Chancen sozialer Gerechtigkeit zunichte machen, die Indigenen wirtschaftlich ausgrenzen und ihnen das Recht auf ihr Land verwehren, so die Thesen der Referenten.

Juana Calfunao, Oberhaupt der Gemeinde Juan Paillalef, prangerte das Scheitern der chilenischen Justiz im Konflikt mit den Mapuche an. Sie selbst ist zusammen mit fast allen übrigen Mitgliedern ihrer Familie inhaftiert und nach dem Anti-Terror-Gesetz verurteilt worden.

Konferenzen von Mapuche-Repräsentanten soll fortan jährlich wiederholt werden. Ziel sei es, ein permanentes Forum für Mapuche-Angelegenheiten im Europäischen Parlament einzurichten.

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