Brasilianer zahlen 22,2 Prozent Einkommen für Schuldendienst

Brasília. Laut neuesten Zahlen müssen Brasilianer im Schnitt über ein Fünftel ihres monatlich verfügbaren Einkommens für die Bezahlung von Zinsen und Kredittilgung aufwenden. Dies geht aus den neuesten Zahlen der brasilianischen Zentralbank hervor, wie nun die Tageszeitung Globo berichtete. Demnach mussten im Januar dieses Jahres Brasilianerinnen und Brasilianer durchschnittlich 22,2 Prozent ihres Monatseinkommens für Zins- und Kreditzahlungen an Banken und andere kreditgewährende Firmen, beispielsweise bei Ratenkauf, überweisen. Nicht in den Zahlen erfasst sind hingegen Kreditkarten und vordatierte Schecks, die laut Schätzungen nochmals rund zehn Prozent des Durchschnittseinkommens beanspruchen.

Noch im Jahre 2003 hatte laut brasilianischer Zentralbank der Anteil für den Schuldendienst bei 14,6 Prozent des verfügbaren Monatseinkommens gelegen.
Brasilien fährt seit Jahren eine enorme Hochzinspolitik, um der stets drohenden Inflation zu begegnen. Liegt der Interbankensatz bei zur Zeit etwas über zehn Prozent Zinsen pro Jahr, so muss der brasilianische Konsument teilweise ein Vielfaches dessen im Verlauf des Jahres zahlen.

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