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Chávez will Einheit Lateinamerikas gegen Libyen-Krieg

Buenos Aires. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat die Regierungen Lateinamerikas bei einem Besuch in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires dazu aufgerufen, eine gemeinsame Haltung gegen die Angriffe westlicher Staaten auf Libyen einzunehmen. Man könne angesichts der Intervention "der USA und ihrer Verbündeten" von einer "neuen, offeneren und härteres Art des Kolonialismus" sprechen, sagte der Staatschef am Rande einer Veranstaltung an der Universität von Buenos Aires.

Die Einheit der lateinamerikanischen Staaten sei auch wichtig, um künftig Interventionen westlicher Staaten in dieser Weltregion zu vermeiden, so Chávez weiter. Wenn die Integration der lateinamerikanischen Staaten in der Vergangenheit so weit fortgeschritten gewesen wäre wie heute, wäre auch die britische Intervention auf der Inselgruppe der Malvinen (Falkland-Inseln) im Jahr 1982 gescheitert.

Der Besuch in Argentinien ist Teil einer Lateinamerika-Reise des venezolanischen Staatschefs. In Argentinien unterzeichnete er dabei mehrere Abkommen mit der Regierung von Amtskollegin Cristina Fernández.

Für Kritik konservativer und US-amerikanischer Medien sorgte die Verleihung eines Preises "für soziale Kommunikation" der Journalismusfakultät der Universität La Plata an Chávez. Die Dekanin Florencia Saintout verteidigte die Entscheidung dennoch. Chávez habe den Preis auch für seinen Einsatz für die Integration der lateinamerikanischen Staaten erhalten, so Saintout. Die Völker Lateinamerikas stehen an der Seite eines Präsidenten, der stets die These vertreten habe, dass in der Vergangenheit nur wenige die Macht über das Wort hatten, sagte die Fakultätschefin. Chávez stehe dem entgegen dafür, "dass diejenigen das Wort bekommen, die über Jahrhunderte hinweg zum Schweigen verdammt waren".

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