Staatskonzern verweigert Indigenen seit 36 Jahren Entschädigung

Brasília. Auch 36 Jahre nach der Vertreibung der Indigenen der Akrãnkykatejê aus ihrer angestammten Region am Fluss Rio Tocantins im brasilianischen Bundesstaat Pará, weigert sich der staatliche Stromkonzern Eletronorte, das nun abschließend gesprochene Gerichtsurteil auf Entschädigung umzusetzen. Dies berichtet die Bundesstaatsanwaltschaft in Pará auf ihrer Internetseite. Demnach begründet der Konzern seine Weigerung, den Indigenen Ersatzland zur Verfügung zu stellen, der Firma fehlten die Informationen bezüglich des zu erwerbenden Landes, den Eigentümern sowie welcher juristischen Person das Land dann übereignet werden solle. Die Bundesstaatsanwaltschaft widersprach dem Konzern und forderte die Justiz auf, dafür Sorge zu tragen, dass der Konzern das Urteil umgehend umsetze.

Der Tucuruí-Stausee flutete ab 1984 2.875 Quadratkilometer und wird durch ein 7.960 Megawatt-Wasserkraftwerk gestaut. Die Akrãnkykatejê wurden von ihrem Land vertrieben, ihr heiliger Berg geflutet. Im Jahre 1989 hatten Vertreter der Indigenen einen Prozess gegen Eletronorte angestrengt. Der zuständige Bundesgerichtshof hat im Juni 2010 Eletronorte dazu verurteilt, den Akrãnkykatejê das Gebiet um das Condomínio Bela Vista als Entschädigung zu kaufen und zu übergeben. Über dieses Gebiet hatten sich auch die Behörde Funai und die Indigenen verständigt.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr