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13.04.2011 Venezuela / Politik

Ex-Oppositionschef Venezuelas bereut Beteiligung an Putschversuch 2002

Caracas. Neun Jahre nach einem Putschversuch gegen die venezolanische Regierung von Staatschef Hugo Chávez hat sich der ehemalige Oppositionsführer Manuel Rosales erstmals selbstkritisch geäußert. "Was ich wirklich am meisten bedauere, ist, damals das Carmona-Dekret unterzeichnet zu haben", sagte der Politiker, der sich 2009 vor einem Strafverfahren in das peruanische Exil geflüchtet hatte. Er habe vom Inhalt des Dokumentes keine Kenntnisse gehabt, wird Rosales in der Tageszeitung Últimas Noticias weiter zitiert.

Das "Carmona-Dekret" bezeichnet ein Papier, mit dem die Putschisten nach dem Sturz von Chávez im April 2002 das Parlament auflösen und ein diktatorisches Regime errichten wollten. Allerdings scheiterte der Staatsstreich nach zwei Tagen und die gewählte Regierung kehrte ins Amt zurück.

Die Äußerungen von Rosales provozierten nun einen Disput im Oppositionslager. Widerspruch kam vom Vorsitzenden der Partei Acción Democrática, Henry Ramos Allup. Seiner Version zufolge kannten alle Unterzeichner des Dekrets damals "schon eine Woche zuvor" dessen Inhalt.

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