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Chávez übernimmt Verantwortung für Auslieferung Becerras

Caracas. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat am Samstag die Verantwortung für die Auslieferung des Journalisten Joaquín Pérez Becerra an Kolumbien übernommen. Nach einer Woche des Schweigens über den Fall erklärte Chávez bei einer Versammlung zur Einweihung eines neuen Wohnungsbauprogramms, die volle Verantwortung zu übernehmen. "Die Entscheidung ist meine", erklärte das Staatsoberhaupt, "weil ich zu meiner Verantwortung stehe".

Gleichzeitig verteidigte er Außenminister Nicolás Maduro und Informationsminister Andrés Izarra. Bei Protesten gegen die Auslieferung am Donnerstag in Caracas hatten Demonstranten symbolisch Puppen mit den Gesichtern der beiden Minister verbrannt und sie des Verrats beschuldigt. "Sie hätten eine Puppe mit dem Gesicht von Chávez verbrennen müssen", kommentierte der Präsident das Geschehene, "weil ich der Verantwortliche für die Entscheidungen bin, welche die Regierung trifft".

In seinen Ausführungen beschuldigte Chávez den Festgenommenen, selbst Schuld an der Situation zu tragen. Er habe gewusst, dass gegen ihn ein Interpol-Haftbefehl bestehe und sei dennoch nach Venezuela gereist. Hinter den Geschehnissen vermutete der Präsident Pläne, um ihn in ein schlechtes Licht zu rücken. "Wenn ich ihn festnehme, bin ich der Böse, und wenn nicht, dann auch", so Chávez. "Ich bin meiner Verantwortung gerecht geworden und wir haben ihn festgenommen."

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