Mexiko / Menschenrechte

Oaxaca: Europaparlamentarier unterstützen Angehörige ermordeter Aktivisten

Oaxaca. Familienangehörige von Beatriz Cariño und dem finnischen Menschenrechtsaktivisten Jyri Antero Jaakkola trafen sich am Donnerstag mit der Menschenrechtskommission des Europaparlaments, die zu einem eintägigen Recherchebesuch in Oaxaca weilten. Die Angehörigen der beiden bei einer Menschenrechtskarawane zum mexikanischen Ort San Juan Copala am 27. Mai 2010 ermordeten Aktivisten forderten dieser Tage in einem offenen Brief an die Behörden Gerechtigkeit. Erst am 12. Mai wurde Rufino Juárez, Anführer der paramilitärisch organisierten PRI-Organisation UBISORT, überraschend verhaftet. Ihm wird die Autorenschaft des Attentates auf die Menschenrechtskarawane und die Mittäterschaft in mindestens 25 weiteren Morden in der indigenen Region der Triqui zu Last gelegt.

Die finnische grüne Abgeordnete Heidi Hautala, Vorsitzende des Unterausschusses des Europaparlaments für Menschenrechte, betonte, die Straflosigkeit liege "der ganzen Menschenrechtsproblematik Mexikos zugrunde" und insistierte: "Die Behörden Oaxacas und Mexikos müssen den Zeugen einen effektiven Schutz garantieren, die Untersuchungen vorantreiben und die Fälle vor Gericht bringen, um so mit der Vergangenheit zu brechen".

Die fünf Europa-Abgeordneten trafen sich ebenfalls mit Marcelino Coache, dem Gewerkschafter, welcher von Bundespolizisten am 15. Februar durch eine Tränengasgranate schwer verletzt wurde und bleibende Schäden davontrug. Richard Howitt, Vizepräsident des Menschenrechtsausschusses, betonte, dass sie sich im Gespräch mit dem neuen Gouverneur Gabino Cué von dessen ernsthaften Interesse am Thema des Schutzes der Menschenrechte haben überzeugen können.

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