Mexiko / Menschenrechte

Mexikanische Bundespolizei überfällt Menschenrechtszentrum

Ciudad Juárez, Mexiko. Am vergangenen Sonntag brachen Angehörige der mexikanischen Bundespolizei gewaltsam und ohne Durchsuchungsbefehl in das katholische Menschenrechtszentrum Paso del Norte in Ciudad Juárez ein. Die Beamten, die in fünf Streifenwagen vorfuhren, sprengten die Türschlösser und durchsuchten Dokumente und Computer des Menschrechtszentrums in der Stadt an der Grenze zu den USA. Paso del Norte spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau der nationalen Bewegung gegen den Drogenkrieg. Am heutigen Donnerstag wird das Zentrum Gastgeber für die von Javier Sicilia geleitete "Nationale Bürgerkarawane" für ein Ende des Drogenkrieges (Caravana Nacional Ciudadana por la Paz con Justicia y Dignidad) sein, die einen "Nationalen Pakt für einen Frieden mit Gerechtigkeit und Würde" diskutieren und unterzeichnen will.

In einer von zehn Organisationen unterzeichneten Erklärung wird der Überfall als Versuch der Einschüchterung durch die Sicherheitskräfte gewertet. Am Montag wandte sich Javier Sicilia an die Öffentlichkeit: "Ich fordere ihn (Präsident Felipe Calderón) auf, mir zu sagen, was hier passiert. Haben wir eine autoritäre Regierung, die das Land militarisieren will oder haben wir eine Regierung, die mit ihren Bürgern zusammenarbeiten will, um der Demokratie zu dienen?", so der Menschenrechtler.

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