Anhaltende Kritik in Lateinamerika an Libyen-Krieg der NATO

Havanna/Caracas. Während sich die westlichen Kriegsparteien über den Fortschritt des Krieges in Libyen zufrieden zeigen, hält in Lateinamerika die Kritik an den Bombenangriffen der NATO an. Nach einem entsprechenden Schritt von Venezuela gab am Samstag nun auch Kuba den Abzug des diplomatischen Personals aus dem nordafrikanischen Land bekannt. Man habe sich zu diesem Schritt entschieden, nachdem die militärische Intervention des Westens eine friedliche Verhandlungslösung unmöglich gemacht hat, heißt es in einer Erklärung des kubanischen Außenministeriums. Kuba erkenne den "Übergangsrat" der bewaffneten Gegner der Gaddafi-Führung zudem nicht an.

In Venezuela kündigten Journalisten und Politiker indes eine öffentliche Debatte über den Libyen-Krieg an. Die Podiumsdiskussion unter Beteiligung des Kommunikations- und Informationsministers Andrés Izarra werde von Fernsehsendern wie dem lateinamerikanischen Kanal Telesur übertragen, hieß es in den Ankündigungen.

Indes halten auch die Schwellenländer der BRICS-Gruppe an der Kritik der westlichen Angriffe auf Libyen fest. So wies die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina darauf hin, dass auch Russlands Außenminister Segei Lawrow zu einer Verhandlungslösung aufrief, um die Zivilbevölkerung zu schützen.

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