Kolumbien-Konferenz in Köln thematisiert Kontroversen

Köln. Auch knapp anderthalb Jahre nach dem Amtsantritt von Präsident Juan Manuel Santos gibt es um Kolumbien viele Kontroversen. Sie sind Thema des Kongresses "Kolumbien: Vom Failing State zum Rising Star? Ein Land zwischen Wirtschaftswunder und humanitärer Krise", der am morgigen Freitag in Köln beginnt. Die Veranstalter, Studierende der Universität Köln, haben Experten, Wissenschaftler und Akteure der Zivilgesellschaft eingeladen, um ein Wochenende lang über aktuelle Entwicklungen in Kolumbien zu diskutieren. Die Organisatoren erwarten mehr als einhundert Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Der erste Teil des Titels des Kongresses bezieht sich auf Vorträge des aktuellen rechts-liberalen Präsidenten Santos wie seines Vorgängers Álvaro Uribe Vélez. Sie haben zu dem Thema im Laufe der vergangenen Monate wiederholt vor internationalem Publikum referiert. Die Botschaft ist klar: Kolumbien ist nicht mehr das Land, welches international als Hort der Drogenökonomie und illegalen Gewaltakteure wahrgenommen werden kann, sondern habe sich zu einem politischen und wirtschaftlichen Musterland der Region entwickelt.

Während Politik, Wirtschaftsverbände und die konservative Presse diesen Diskurs auch in Deutschland positiv aufnehmen, verweisen Kritiker wiederholt auf die nach wie vor großen Probleme des Landes. Insbesondere sei die Situation der Menschenrechte dramatisch und habe sich auch unter Präsidenten Santos nicht gebessert, auch wenn dieser sich vom Hardliner-Kurs seines Vorgänger abgrenzt. Letztendlich sei es Kolumbien nicht trotz sondern gerade wegen seines Status' als "gescheiterter Staat" gelungen, sich zum neuen "Investorenmekka" (Die Welt) zu entwickeln.

Über diese und weitere Themen diskutieren in Köln am Wochenende so unterschiedliche Leute wie Buchautor und Südwind-Redakteur Werner Hörnter oder die Welt-Korrespondentin Hildegard Stausberg.

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