Bewegungen wollen Großgrundbesitz von Ausländern in Bolivien regulieren

Cochabamba. Der Zusammenschluss von bolivianischen Bauern- und Indigenen Organisationen (Oecas) hat bei einem Treffen in Cochabamba ein Gesetz zur Regulierung ausländischen Landbesitzes gefordert. Während des "Ersten Plurinationalen Treffen zur Stärkung des Wandels" kritisierten die Vertreterinnen und Vertreter der sozialen Bewegungen den zunehmenden Landbesitz durch internationale Investoren.

"Das Grundproblem ist, das die ausländischen Landbesitzer keine Steuern bezahlen, und auch auf ihre Geräte keine Abgaben erhoben werden, während sie anderseits Beispielsweise von den Subventionen auf Diesel profitieren", erklärten die Teilnehmer der Konferenz. Zudem würden ausländische Investoren in erster Linie die Böden für den Anbau transgenetische Pflanzen und die Produktion von Agrotreibstoffen verwenden.

13 Prozent des bolivianischen Territoriums ist in Besitz von Ausländern. Besonders betroffen sei der Osten des Landes. Nach Angaben von OECAS sind dabei mehr als eine Million Hektar in der Hand von weniger als 200 bis 300 Investoren konzentriert. Bei der Volksabstimmung über die neue Verfassung im Jahr 2009 wurden zwar ein maximaler Großgrundbesitz von 5000 Hektar beschlossen. Bereits erworbene Ländereien genießen nach einem Kompromiss mit der rechten Opposition jedoch Bestandsschutz.

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