Kolumbien / Politik

FARC für Freilassung von Gefangenen und Ende der Entführungen

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Fahne der FARC-EP
Fahne der FARC-EP

Bogotá. Die kolumbianische Guerilla-Organisation Fuerzas Armadas Revolucionarias de Columbia (FARC) wollen alle zehn noch in ihrer Gewalt befindlichen Gefangenen freilassen. Dies haben die Aufständischen in einem am vergangenen Sonntag verbreiteten Kommuniqué erklärt.

Ausserdem werden keine Zivilisten mehr „mit finanziellen Zielen“ gefangengenommen, so die FARC. Das entsprechende „Gesetz 002“ sei ab sofort aufgehoben. Im Jahr 2000 hatte die Guerillaorganisation für die von ihr kontrollierten Gebiete das Gesetz 002 erlassen, das eine Steuer von Personen erhebt, die über ein bestimmtes Einkommen verfügen. Firmenbesitzer, Politiker und Großgrundbesitzer, die eine Bezahlung der „Revolutionssteuer“ verweigerten, wurden gefangengenommen.

Die Gruppe Kolumbianerinnen und Kolumbianer für den Frieden hat die Erklärung der Aufständischen mit Erleichterung und Freude aufgenommen. Als „einmalig in der Geschichte der FARC“ und „konkrete Gesten der Suche nach Frieden“ bezeichnete einer ihrer Sprecher, der Kongressabgeordnete und Menschenrechtsanwalt Iván Cepeda im Interview mit demlateinamerikanischen Fernsehsender Telesur die Ankündigung. Die FARC öffneten damit den Weg zum Frieden. Cepeda betonte, jetzt müssten zwei wichtige Schritte unternommen werden: die erfolgreiche Durchführung der Freilassungen und der Beginn eines Prozesses, der „sehr bald zum Ausweg aus dem bewaffneten Konflikt in Kolumbien führt“.

Via Twitter-Account bezeichnete der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos die Schritte der FARC als „wichtig, notwendig, zugleich aber nicht ausreichend“. Eine weitergehende Stellungnahme der Regierung liegt bisher nicht vor.

Santos hatte in den vergangenen Monaten mehrfach betont, seine Regierung erwarte vor einem Friedensdialog "wahrhaftige, umfassende und überzeugende Taten von Seiten der FARC". Allgemein war davon ausgegangen worden, dass damit die Freilassung aller Gefangenen und die Beendigung der Entführungen durch die FARC gemeint ist.

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