Kolumbien / Politik

Kolumbien: Weiter Unklarheit über Verbleib von französischem Jounalisten

Bogotá. Die Menschenrechtsorganisation Kolumbianerinnen und Kolumbianer für den Frieden hat in einem Brief die FARC-Guerilla aufgefordert zu bestätigen, ob der französische Journalist Roméo Langlois sich in ihrem Gewahrsam befindet. Dies gab die Sprecherin der Organisation, Piedad Córdoba, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt. Gleichzeitig forderte sie die kolumbianische Regierung auf, eine militärische Befreiungsaktion zu vermeiden und entsprechend internationalem humanitären Recht zu handeln.

Langlois wird seit vergangenem Samstag, nach einem Gefecht zwischen kolumbianischem Militär und den Rebellen im Süden des Landes vermisst. Der französische Journalist hatte eine Militäreinheit für eine Reportage begleitet und war nach Zeugenberichten in Uniform. Bei einem anonymen Anruf bei Pressevertretern am Dienstag gab eine Frau im Namen der "15. Front der FARC" an, Langlois sei Kriegsgefangener der FARC. Der Anruf wird jedoch allgemein nicht als authentische Bestätigung angesehen. Bisher gibt es zu dem Vorfall keine offizielle Erklärung der FARC.

Die Menschenrechtsorganisation bezieht sich in ihrem Brief auf die vor wenigen Wochen getroffenen Verabredungen für die Verwirklichung einer politischen Lösung des gewaltsamen kolumbianischen Konflikts. In diesem Zusammenhang hatten sich die FARC selbst verpflichtet, zukünftig auf Gefangennahmen zu finanziellen oder politischen Zwecken zu verzichten.

Unterdessen schaltete sich auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in die Affäre ein. Sie lobte die Selbstverpflichtungen der FARC für eine politische Lösung, die sie als eine "Forderung des kolumbianischen Volkes für einem nachhaltigen Frieden, Demokratie und vollständige Verwirklichung der Menschenrechte im Land" bezeichnete. Gleichzeitig rief sie die FARC auf, den französischen Journalisten unverzüglich und bedingungslos freizulassen.

Der nationale politische Dialog ist bislang lediglich eine Initiative von Menschenrechtsgruppen, politischen Bewegungen in Kolumbien und den FARC. Die Regierung des Landes unter Präsident Juan Manuel Santos setzt weiterhin auf eine militärische Lösung.

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