Erneut hohe Haftstrafen gegen Mapuche

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Verurteilt: Mapuche-Aktivist Mijael Carbone Queipul
Verurteilt: Mapuche-Aktivist Mijael Carbone Queipul

Angol, Chile. Der Werkén (Sprecher) der indigenen Gemeinde Temucuicui Tradicional aus Ercilla, Mijael Carbone Queipul, ist wegen versuchten Mordes

an chilenischen Polizisten im Dienst, verurteilt worden. Queipul steht seit mehr als sechs Monate unter Hausarrest. Bei dem Prozess ging es um einen Vorfall, bei dem eine Gruppe Maskierter, angeblich Mapuche, auf Militärpolizisten geschossen haben soll. Verletzt wurde niemand.

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Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Gefängnis. Das Urteil wird nächsten Dienstag im Gericht von Angol verlesen. Indigene Gemeindemitglieder sehen eine gezielte Verfolgung ihrer Wortführer. Das Urteil entbehre jeglicher Grundlage und es gebe keinerlei Beweise gegen Mijael Carbone Queipul, heißt es in einer Erklärung des Bündnisses Allianza Territorial Mapuche. Die vom Gericht angehörten Zeugen hätten Queipul nicht am Tatort gesehen.

Diesen Monat wurden bereits die jungen Mapuche Daniel Levinao Montoya und Paulino Levipán Collán aus der Gemeinde Went Winkul Mapu in Ercilla zu zehn Jahren und einem Tag Gefängnis verurteilt.  Auch sie wurden wegen Mordversuches aus dem Jahre 2011 und wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt.

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