Mexiko / Politik

Chef des Drogenkartells "Los Zetas" in Mexiko getötet, Leichnam geraubt

Mexiko-Stadt. Ein bewaffnetes Kommando des mexikanischen Drogenkartells "Los Zetas" hat den Leichnam des Chefs der kriminellen Organisation aus einer Leichenhalle gestohlen. Heriberto Lazcano alias "El Lazca" war am Sonntag von Einheiten der mexikanischen Marine im Bundesstaat Coahuila erschossen worden. Nach anfänglichen Zweifeln über die Identität des Mannes, bestätigte das Sekretariat der Kriegsmarine (Semar) am Dienstag, dass es sich bei dem Toten tatsächlich um den Chef der Zetas handelt. Laut Angaben der Semar wurde die Identität des Verbrechers durch die Überprüfung der Fingerabdrücke von Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand belegt.

Zu dem Vorfall kam es aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung, bei dem auf den Aufenthalt von Verdächtigen in einem Fahrzeug aufmerksam gemacht wurde. Daraufhin hatte sich eine Patrouille an den Ort begeben. Bei ihrer Ankunft wurden die Marine-Soldaten angegriffen und es kam zu einer Schießerei, bei der der Gangsterboss und weitere Verbrecher getötet wurden. Ein Soldat wurde verletzt. Bei der Operation wurden zwei Gewehre, ein Granatwerfer mit zwölf Granaten, ein Raketenwerfer, Magazine und Kugeln beschlagnahmt. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte für Informationen, die zur Ergreifung des berüchtigten Drogenhändlers führen würden, eine Belohnung von 30 Millionen Peso (mehr als zwei Millionen US-Dollar) ausgesetzt.

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Obwohl sich die Zetas in zwei Fraktionen geteilt hatten, war Lazcano die Symbolfigur der kriminellen Bande. Die andere Fraktion wird von Miguel Ángel Treviño alias "Z-40" geleitet. Die Zetas sind eine der stärksten und gewalttätigsten Gruppen des organisierten Verbrechens in Mexiko.

Ein weiterer Schlag gegen die Zetas gelang den Behörden ebenfalls am Sonntag. Im nördlichen Bundesstaat Tamaulipas nahmen sie Salvador Alfonso Martínez Escobedo alias "Comandante Ardilla" fest. Er gilt als Regionalchef des Kartells und soll unter anderem für ein Massaker an 72 Migranten im September 2010 verantwortlich sein. Für seine Ergreifung war ein Belohnung von 1,5 Millionen US-Dollar ausgesetzt.

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