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Stratfor: "Die mexikanischen Kartelle sind transnationale Unternehmen"

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Logo der Firma Stratfor
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Austin, USA. Die Drogenkartelle Mexikos "haben sich auf alle Kontinente ausgedehnt und dominieren die Produktions-, Verteilungs-und Verkaufskette des Kokains". Dies stellt die US-Firma Stratfor in einer Analyse fest, die am Sonntag publiziert wurde. Stratfor ist "eine 1996 gegründete, privatwirtschaftlich betriebene Firma, die Analysen, Berichte und Zukunftsprojektionen zur Geopolitik anbietet" und wie ein Nachrichtendienst arbeitet. Kunden sind sowohl Regierungen als auch Wirtschaftsunternehmen.

Stratfor warnt, dass die mexikanischen Kartelle ihren Machtzuwachs aufrechterhalten und daran arbeiten, die Märkte zu erobern, die bisher noch außerhalb ihrer Kontrolle sind. Laut der Analyse, die laut einem Bericht des kubanischen Internetportals Cubadebate von der mexikanischen Presse verbreitet wurde, haben die Kartelle durch den Kokain-Handel ihre ökonomische Stärke gewonnen. So hätten sie ihre Präsenz auch nach Europa, Australien und Afrika ausdehnen können. Was die USA betrifft, so Stratfor, seien die mexikanischen Kartelle in Städten wie Atlanta, Chicago und Dallas aktiv.

Scott Stewart, Vizepräsident von Stratfor, weist daraufhin, dass zwar der Kokainmarkt die wichtigste Rolle spiele, aber der Handel mit Marihuana und die Produktion von Amphetaminen immer noch eine große Einnahmequelle für die Kartelle darstellt.

"Der Kokain-Handel bringt Abermillionen Dollar, finanziert die Expansion der mexikanischen Gruppen des organisierten Verbrechens und erlaubt ihnen den Kauf von Schiffen und Flugzeugen, die Bezahlung von Schmugglern und Auftragsmördern und die Bestechung von Regierungsbeamten", so Stewart weiter.

Die US-Firma betont, die aktuelle Situation unterscheide sich sehr von den siebziger Jahren, als die mexikanischen Gruppen von kolumbianischen oder mittelamerikanischen Drogenkartellen angeheuert wurden, um das Kokain über die Grenze in die USA zu bringen, wofür sie etwa 1.500 US-Dollar pro Kilo erhielten. Heute seien die mexikanischen Drogenkartelle "die Hauptakteure" im weltweiten Kokain-Handel und arbeiteten daran, sich auch des Teils zu bemächtigen, der noch außerhalb ihrer Kontrolle ist.

Über den Anteil europäischer und US-amerikanischer Großbanken am Drogengeschäft äußert sich Stratfor nicht. Erst im Dezember 2012 kam es nach Ermittlungen der US-Justiz gegen die britische Großbank HSBC zu einer außergerichtlichen Einigung, bei der die Bank wegen Geldwäsche vor allem für mexikanische Drogenkartelle eine Strafe in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bezahlte. Ermittlungen gegen die US-Banken JPMorgan und Bank of America laufen noch.

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