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10.08.2010 Mexiko / Medien / Menschenrechte

UNO und OAS prüfen Pressefreiheit in Mexiko

Vertreter beider Organisationen bis zum 24. August im Land. Morde an Medienschaffenden haben zuletzt massiv zugenommen
Im medialen Interesse: UNO-Mann Frank La Rue in der Tageszeitung "Prensa Libre"

Im medialen Interesse: UNO-Mann Frank La Rue in der Tageszeitung "Prensa Libre"

Quelle: prensalibre.com

Mexiko-Stadt. Nachdem am Wochenende Presseverbände in Mexiko gegen die zunehmende Bedrohung von Journalisten protestiert haben, wird die Lage nun von der UNO und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) untersucht. Nach Angaben lokaler Medien sind zu Beginn der Woche der Sonderbeauftragte der UNO für Meinungs- und Pressefreiheit, Frank La Rue, sowie die Fachbeauftragte der OAS, Catalina Botero, in Mexiko-Stadt mit dem Innenminister des Landes, Francisco Blake, zusammengekommen.

Die Visite der beiden internationalen Vertreter folgt unmittelbar auf Proteste von Presseverbänden am Wochenende in Mexiko. Die Journalisten wiesen dabei auf die massive angestiegene Bedrohung hin. Nach Daten der Organisationen sind in den vergangenen zehn Jahren 60 Journalisten in Mexiko ermordet worden. Hinter der tödlichen Gewalt stehen nach staatlichen Angaben Drogenbanden. Unabhängige Medien wie die linksliberale Tageszeitung La Jornada wiesen jedoch wiederholt auf die Verquickungen zwischen parteipolitischen Strukturen, dem Militär und Drogenbanden hin.

Trotz der bedrohlichen Lage beschwichtigte Blake die internationalen Vertreter bei einem ersten Treffen zu Wochenbeginn. Die rechtsgerichtete Regierung von Präsident Felipe Calderón unternehme alles zum Schutz der Journalisten. Dies sei "Teil der Arbeit zur Verteidigung der Freiheiten, um das Recht der Gesellschaft auf Information zu gewährleisten", so Blake. Die Vertreter der UNO und der OAS äußerten sich zunächst nicht zu der Lage im Land.

La Rue und Botero werden nach eigenen Angaben bis zum 24. August in Mexiko bleiben und in dieser Zeit mit Vertretern der Regierung und Nichtregierungsorganisationen sprechen.

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01.06.2010 Nachricht von Philipp Gerber