Kuba / Wirtschaft

Kubas Raucher müssen mehr zahlen

Zigaretten nicht mehr Bestandteil des staatlichen Bezugssystems. Maßnahme ist Teil der wirtschaftspolitischen Neuerungen

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Jetzt rauchfrei: Kubanische Libreta
Jetzt rauchfrei: Kubanische Libreta

Havanna. Die kubanische Regierung unter Präsident Raúl Castro hat beschlossen, die bislang über das Bezugsheft für Lebensmittel erhältlichen Zigaretten ab dem 1. September nur noch im freien Verkauf abzugeben. Bislang waren die Zigaretten der Marken "Titanes" und "Aromas" gegen ein Heftchen mit Bezugsmarken erhältlich, die so genannte Libreta.

Die Zigaretten waren zuletzt noch an Personen über 54 Jahren zum Selbstkostenpreis von zwei kubanischen Pesos abgegeben worden. Nun werden sie für sieben bis 7,60 kubanische Pesos in den staatlichen Verkaufsstellen angeboten. 24 kubanische Pesos entsprechen einem US-Dollar.

Die Entscheidung, Zigaretten aus dem staatlich subventionierten Bezugssystem heraus zu nehmen, wurde vom Ministerium für Finanzen und Preise getroffen. Nach Angaben der zuständigen Ministerin, Lina Olinda Pedraza Rodríguez, sei dies eine der notwendigen Maßnahmen, um die hohen Ausgaben des Staates für Subventionen zu senken. Bereits vor einem Jahr wurden schon Kartoffeln sowie weitere Gemüsesorten, die zum Teil gegen Devisen importiert werden mussten, aus dem Lebensmittelkorb der "Libreta" entfernt.

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Diese Veränderungen innerhalb des Systems staatlich garantierter und subventionierter Grundvorsorge sollen neben einer Entlastung der Staatsfinanzen mit dazu beitragen, durch eine stärker an den Kundenwünschen orientierte Verkaufspolitik den Schwarzmarkt auszutrocknen.

Auch in anderen Bereichen der staatlichen Sozial- und Beschäftigungspolitik sind Änderungen zu erwarten oder bereits mit dem Ziel eingeleitet worden, die kubanischen Binnenwirtschaft an die aktuellen Gegebenheiten und Erfordernisse anzupassen. So wurde Mitte Juli die Ausweitung privatwirtschaftlichen Kleinunternehmertums und die Reduzierung der Beschäftigtenzahl im staatlichen Sektor beschlossen. Vor allem von dem für das Jahr 2012 erwarteten Kongress der regierenden Kommunistischen Partei Kubas werden neue Impulse und weitreiche Veränderungen für das kubanische Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell erwartet.

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